Shoppen in den USA: Quittung vom Zoll

Noch nie waren die USA so billig. Rund 1,60 Dollar für jeden Euro, da macht Shoppen Spaß. Ein MacBook Air kostet so in New York umgerechnet 1124 Euro, in Berlin kostet es 1 699 Euro. Wen die US-Tastatur und das Fehlen der deutschen Gewährleistung nicht stört, der hat das Flugticket schon fast wieder heraus.

Fast. Denn bei der Einfuhr wird „Einfuhrum­satz­steu­er“ verlangt, das Gegenstück zur Mehrwertsteuer: meist 19 Prozent, fürs MacBook also 214 Euro. Zusätzlich ist für Waren ab 175 Euro aus Nicht-EU-Ländern Zoll fällig. Und auch deutsche Beamte wissen, wie verführerisch die Preise in den USA sind: „Bei US-Flügen schauen wir genauer hin“, berichtet Zollpressesprecher Thomas Malter.

So flog ein 20-Jähriger auf, der behauptete, sein iPhone schon in Deutschland gekauft zu haben. In seinem Gepäck lag aber ein Bedienungsheft mit eingeschweißter CD.

Die Zollsätze sind verschieden: Digitalkameras 0 bis 12,5 Prozent, Textilien oft 12 Prozent, PCs und Zubehör sind oft zollfrei. Das MacBook würde also 1 338 Euro kosten.

Faustregel: Von 175 bis 350 Euro sind meist bis 13,5 Prozent fällig. Auskünfte gibt das Zoll-Infocenter, Tel. 0 69/46 99 76 00, www.zoll.de.

Tipp: Wer außerhalb der EU einkauft, kann sich im Laden eine Nettorechnung geben lassen. Dann wird die Ware steuerfrei verkauft. Kleinere Händler lassen sich aber oft nicht darauf ein. Und mit der Sales Tax in den USA funktioniert das ohnehin kaum, abgesehen von Louisiana und Texas (siehe www.taxfreetexas.com und www.louisianataxfree.com).

Innerhalb der EU gilt dagegen die Mehrwertsteuer des Kauflandes. Die Einfuhrumsatzsteuer entfällt, außer bei Autos. Ebenso der Zoll, außer bei Kaffee, Alkohol, Tabakwaren.

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