Bequem, schnell, günstig: Vor allem Unterhaltungselektronik wird zunehmend im Netz geordert. Doch wie zuverlässig arbeiten preiswerte Onlinehändler wirklich? 

Das Fest rückt näher, die Wunschlisten werden länger: Ein neuer Familienfernseher soll her, ein flottes Radio für Oma, die lang ersehnten MP3-­Spieler für die lieben Kleinen. Doch mit der Vorweihnachtszeit verschärft sich auch der Nahkampf im Einzelhandel. Gedränge in den Gängen, kilometerlange Schlangen vor den Kassen. Kein Wunder, dass immer mehr Kunden beim Elektro­nikkauf lieber zu Hause bleiben und den bequemen Einkauf per Mausklick bevorzugen. Zumal bei Onlinehändlern so manches Schnäppchen zu machen ist, bei dem auch die großen Elektronikdiscounter nicht mehr mithalten können.

Aber wie seriös sind gerade solche Billiganbieter im Netz? Wie sicher ist, dass auch kommt, was bestellt wurde? Und wird die Ware bei Nichtgefallen problemlos zurückgenommen? Wir haben den Test gemacht und uns acht günstige Onlineanbieter von Unterhaltungselektronik ge­nauer angesehen.

Drei machen ihre Sache „gut“

Mithilfe von Preissuchmaschinen haben wir Händler ausgesucht, die ein breites Sortiment zu besonders niedrigen Preisen bieten. Bei jedem dieser Onlineshops orderten Testkäufer MP3-Spieler, DVD-Rekorder, HiFi-Verstärker, Radios und Ähnliches. Sie prüften die Lieferung und sandten die Ware dann zurück. Denn uns interessierte auch, wie die Händler mit dem 14-tägigen Widerrufsrecht umgehen, das dem Kunden bei Käufen im Internet zusteht. Neben diesen Testkäufen nahmen wir außerdem die Qualität der Internetauftritte genau unter die Lupe.

Das Ergebnis: Alle getesteten Websites funk­tionierten, die Lieferungen waren durchweg korrekt und vollständig. Gegenüber früheren Tests ist das eine positive Entwicklung. Aber es gibt auch einiges zu bemängeln. Besonders bei der Rückabwicklung nach der Rückgabe von Ware traten Probleme auf. Immerhin: Drei der acht geprüften Händler machten ihre Sache insgesamt „gut“, ein weiterer „befriedigend“. Jeder zweite Anbieter im Test kam über ein „Ausreichend“ nicht hinaus.

Schwächen zeigten sich schon beim Informationsangebot der Webseiten: Zwar sind bei allen Händlern die wichtigsten Angaben zum Anbieter und seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) schnell gefunden. Aber weitergehende Hinweise zu Stornierungs- und Rückga­bemöglichkeiten sind oft unübersichtlich oder fehlen ganz. Ein eigenes Hilfe-Menü wie bei computeruniverse.net leisten sich die wenigsten. Ähnlich zwiespältig ist das Bild bei den Produktinformationen: Die sind zwar meist ausführlich, aber recht unsystematisch, was den Vergleich von Produkten erschwert. Und wirklich gute Suchfunktionen bieten nur yagma.com und computeruniverse.net.

Ist das Gesuchte dennoch gefunden und der elektronische Warenkorb gefüllt, geht es weiter zur virtuellen Kasse. Hier müssen Kundendaten hinterlegt und der Zahlungsweg ausgewählt werden. Erfreulich: Sämtliche Anbieter akzeptieren auch Vorkasse per Überweisung. Nirgendwo ist man also gezwungen, Konto- oder Kreditkarteninformationen preiszugeben. Tut man es trotzdem, werden diese Daten stets in ausreichend sicherer Verschlüsselung übertragen. Für andere Angaben wie Anschrift und E-Mail-Adresse gilt das aber meist nicht.

Und wer seine gespeicherten Daten später löschen will, kann das nur bei computeruniverse.net direkt über die Website tun. Bei den anderen muss man sich dafür schriftlich oder telefonisch an den On­linehändler wenden.

Ist die Bestellung aufgegeben, beginnt das Warten. Besonders unerfreulich: Bis auf Medianess.de und redcoon.de gibt keiner gleich nach der Bestellung eine verbindliche Auftragsbestätigung. Alle anderen im Test bestätigen zunächst lediglich den Eingang der Bestellung, ohne sich dabei festzulegen, ob sie auch liefern werden. Und tatsächlich: In unserem Test kam es vor, dass eine Bestellung nach ein paar Tagen vom Anbieter wegen Lieferschwierigkeiten storniert wurde. Und das, obwohl wir nur solche Produkte bestellt hatten, die laut Internetseiten sofort verfügbar sein sollten. Manche virtuellen Elektronikläden scheinen hier auf ihren Webseiten größere Lagerbestände vorzu­gaukeln, als sie tatsächlich haben.

Rückgabe wird zur Geduldsprobe

Dafür sprechen auch die Lieferzeiten, die keineswegs immer optimal waren. Wer Angaben wie „sofort lieferbar“ oder „versandfertig in 24 Stunden“ macht, weckt bei seinen Kunden die Erwartung einer schnellen Lieferung. Doch der Test ergab bei einzelnen Anbietern durchschnittliche Wartezeiten von bis zu sechs Werktagen. Vor allem digitalo.de und electronica24.de strapazierten hier die Geduld. Immerhin: Traf die Lieferung erst einmal ein, war sie in allen Fällen vollständig und unbeschädigt. Auch die Preise waren stets die, zu denen bestellt worden war. Doch verbindliche Preisgarantien gibt gerade mal jeder zweite der getesteten Händler.

Besonders deutlich unterscheiden sich die getesteten Onlinehändler bei der Rückgabe von Waren: yagma.com, redcoon.de und computeruniverse.net machen die Rücksendung besonders leicht und erstatten zügig die vollen Kosten einschließlich Hin- und Rückversand. Auch netonnet.de ermöglicht eine schnelle kostenlose Rücksendung, lässt den Kunden aber zumeist auf den Versandkosten für die Erstlieferung sitzen.

Bei den übrigen Händlern kommt es bei der Rückabwicklung zu teils massiven Problemen: Der Rückversand wird unnötig kompliziert, die Rückzahlung zieht sich hin, Kosten werden nicht übernommen. Schlusslichter sind hier, wie auch insgesamt im Test, digitalo.de und electronica24.de. In einigen Fällen warteten unsere Tester auch am Untersuchungsende noch immer auf ihr Geld.

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