Das größte Kaufhaus der Welt ist das Internet. Es ist rund um die Uhr geöffnet, hat ein internationales Angebot und in seinen Gängen gibt es nicht einmal zu Weihnachten Gedränge.

Lasst uns froh und munter sein und uns recht von Herzen freun!“ Wenn überall Weihnachtslieder klingen, ist das Fest der Feste nicht mehr weit und alle gehen shoppen. Viele tun das längst im Internet.

Vor einem Jahr in der Vorweihnachtszeit explodierte das Onlinegeschäft geradezu. Es verhalf den Versendern 2004 zu einem Internetumsatz von rund 4,9 Milliarden Euro – gut ein Drittel mehr als 2003.

„Wir rechnen auch in diesem Jahr vor Weihnachten mit sehr guten Umsätzen über das Internet“, sagt Dorothee Hoffmann vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels. „Wir erwarten zum Fest in allen Warengruppen große Umsätze. Im vorigen Jahr waren vor allem Technikartikel von der Digitalkamera bis zur Spielekonsole, Bücher, Schmuck, Bekleidung und Dessous die Renner im Internethandel“, sagt sie.

Verwunderlich sind die Steigerungsraten beim virtuellen Einkauf nicht. Er hat viele Vorteile: Die Händler haben rund um die Uhr geöffnet, das Angebot ist schier unendlich, der Kunde muss nicht anstehen, keinen Parkplatz suchen und keine Parkgebühren bezahlen. Er kann ganz leicht die Preise vergleichen und oft billiger einkaufen.

Die Qual der Wahl

Wer noch keine Idee hat, womit er seine Liebsten beschenken will, besucht ein Shoppingportal. Mit mehr als 45 000 Einträgen ist www.shop.de eines der größten Einkaufszentren im Internet. Kunden können in zwölf Suchrubriken von Bekleidung bis Wein online bummeln.

Ebenfalls eine große Auswahl bieten www.shopfinder.de mit über 9 500 Shops sowie www.shop-netz.de mit über 8 000 Shops. Bei allen diesen Portalen müssen sich Verbraucher aber erst bis zu den Produkten und Anbietern durchwühlen. Das ist etwas mühsam.

Anregungen für Geschenke bekommen Verbraucher über die Adresse www.geschenkefinder.de. Elf Kategorien wie Liebesbeweise, Erlebnisse oder Scherzartikel helfen den eigenen Ideen auf die Sprünge.

Wer genauere Vorstellungen hat, aber nicht weiß, wo er das Geschenk kaufen kann, nutzt eine Suchmaschine. Er gibt zum Beispiel „Schmuck“ in die Maske von www.google.de, www.altavista.de, www.yahoo.de oder www.web.de ein.

Wir haben außerdem eine Auswahl von Internetadressen für typische Weihnachtsgeschenke zusammengestellt, die uns gefallen haben.

Bequem, aber nicht immer billig

Wer in Onlineläden bummelt, kann nichts anfassen oder anprobieren. Er muss sich anhand von Bildern entscheiden. Im besten Fall beschreibt ein Text die Ware noch.

Den richtigen Kühlschrank zu finden, ist dann nicht schwer. Es wird kaum Überraschungen geben, wenn er geliefert wird. Auch bei Büchern oder Musik-CDs ist die Onlineauswahl kaum ein Problem.

Anders sieht es bei Schmuck oder Bekleidung aus: Abweichungen zwischen Bild und Realität in Form, Farbe und Material sind da durchaus möglich. Vor allem, weil in vielen Shops die Bilder oft klein und die Informationen dünn sind.

Gute Shops bieten über eine „Lupe-Funktion“ Vergrößerungen und Detailansichten der Ware an. Dann kann man bei Bekleidung zum Beispiel das Material und die Verarbeitung gut erkennen.

Manche Kunden suchen sich auch das Produkt im Laden aus und kaufen dann per Internet. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass sie erkennen, ob das Internetangebot ein Schnäppchen ist.

Auch ein Klick zu Preisvergleichsseiten kann sich durchaus lohnen. Das haben unsere Tests in der Vergangenheit gezeigt. Mit Preisdatenbanken kann der Onlinekäufer leicht 10 bis 30 Prozent sparen, manchmal noch mehr (siehe „Unser Rat“).

Onlinekunden müssen aber daran denken, dass oft noch Lieferkosten dazukommen. Bei Unterhaltungselektronik können das schon mal 15 Euro sein.

Drei bis sechs Tage Lieferzeit

Mit dem Internet verbinden Nutzer oft Schnelligkeit. Denn viele Händler werben mit „sofort lieferbar“ oder „versandfertig in 24 Stunden“.

Das heißt aber nicht, dass die Ware so schnell auf den Weg geht. Ein Test von Onlinehändlern für Unterhaltungselektronik ergab eine durchschnittliche Wartezeit von bis zu sechs Werktagen. Im schnellsten Fall kam die Ware innerhalb von drei Tagen. Gerade vor Weihnachten sollten Käufer nicht zu wenig Zeit einplanen.

Manche Onlinehändler bieten eine Lieferung innerhalb von 24 Stunden an. Das kostet aber extra. Beim Versandhaus Quelle sind es zum Beispiel 10 Euro für Lieferung per Post oder 29 Euro bei Lieferungen per Lkw.

Angst, dass ein falsches Produkt ­geliefert wird, muss der Onlineshopper kaum haben. In der Regel sind die Lieferungen der etablierten Händler korrekt und komplett.

Kaufbestätigung durch E-Mail

Hat der Kunde bestellt, bekommt er eine Bestätigung per E-Mail. Sie muss alle wichtigen Bestelldaten enthalten: die Kontaktadresse des Anbieters und die genauen Eigenschaften der Ware, die Zahlungs- und Lieferbedingungen, den Gesamtpreis der Ware einschließlich der Liefer- und Versandkosten und die anfallende Steuer. Die Bestätigung hilft Kunden zu beweisen, welches Produkt sie zu welchem Preis ­bestellt haben, wenn es Ärger geben sollte.

Widerruf und Rückgabe garantiert

Onlinekäufer haben dank des Fernabsatzgesetzes seit 1. Juli 2000 mehr Rechte als Kunden, die ihre Einkäufe in der Fußgängerzone erledigen. Egal ob jemand versehentlich das Joop!-Parfüm zehnmal bestellt hat, er den neuen Harry-Potter-Band doch nicht mehr verschenken will oder den Hosenanzug plötzlich schrecklich findet: Er kann den Kaufvertrag ohne Angabe von Gründen widerrufen. Dazu reicht es, wenn er die Ware innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt zurückschickt.

Von der Rückgabe ausgenommen sind Lebensmittel, Musik-CDs, Videos und ­individuell gefertigte Waren, zum Beispiel ein Ring mit persönlicher Gravur.

Alle Verträge, die mithilfe von „Fernkommunikationsmitteln“ wie Telefon und Internet geschlossen wurden, können nach den Fernabsatzregeln rückgängig gemacht werden. Im herkömmlichen Einzelhandel dagegen ist die Rücknahme von Waren, die keinen Mangel haben, ist reine Kulanz.

Im Internet muss der Verkäufer sogar die Versandkosten für die Rücksendung tragen, wenn der Warenwert über 40 Euro liegt oder der Kunde bereits bezahlt hat. Der Käufer kann die Ware „unfrei“ an den Händler zurückschicken.

Gesetzlich geregelt ist auch die Gewährleistung für den Fall, dass die Ware defekt ist. Der Verkäufer haftet gegenüber dem Verbraucher zwei Jahre, wenn die Ware Mängel hat. Er muss die Ware kostenlos reparieren oder ersetzen.

In den ersten sechs Monaten der zweijährigen Frist hat es der Kunde besonders bequem. Der Händler haftet, wenn er nicht beweisen kann, dass er die Waren funktionstüchtig verkauft hat.

Bestellung im Ausland

Für Einkäufe in anderen Ländern der Europäischen Union gelten dieselben Käuferrechte wie in Deutschland. Wer Mühe hat, zu seinem Recht zu kommen, kann sich an die Clearingstelle des Euro-Info-Verbraucher e. V. wenden: www.euroinfo-kehl.com/d/clearing.htm. Das Netzwerk hilft außergerichtlich bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Unternehmern.

Für den Einkauf in Übersee gibt es so etwas nicht. Welche Rechte der Käufer hat, hängt hier vom einzelnen Land ab, und es kann schwer werden, sie durchzusetzen.

Hohe Versandkosten, Zollgebühren und Steuern können außerdem Preisvorteile wieder zunichte machen und vermiesen das Shoppen in der Ferne.

Doch ein Blick weit weg lohnt auf jeden Fall. Denn Weihnachten ist überall anders. Warum zum Beispiel feiern die Mexikaner am 23. Dezember das Radieschenfest? Unter www.global-christmas.com finden Neugierige nicht nur die Lösung, sondern auch andere Weihnachtsbräuche aus allen Teilen der Welt.

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