Einkaufen bei Ebay Meldung

Kunden, die beim Internet-Händler Ebay Waren einkaufen oder ersteigern, müssen bei einem Widerruf innerhalb von 14 Tagen keinen Schadenersatz für die Abnutzung zahlen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) heute entschieden.

Kunden müssen für Abnutzung nichts zahlen

Wer bei Ebay ein Produkt kauft und von seinem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch macht, muss keinen Wertersatz für die Abnutzung der Ware bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zahlen. Das hat der BGH nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen Versandhändler entschieden, der auf der Internetplattform Ebay seine Waren anbietet.
Beispiel: Ein Kunde ordert teure Lederschuhe bei Ebay. Er probiert die Schuhe an und zerkratzt dabei die Ledersohle. Dennoch kann er den Kauf innerhalb von zwei Wochen widerrufen und die Schuhe an Internethändler zurückschicken, ohne für die „Verschlechterung“ der Schuhe zahlen zu müssen.

Werteresatz bei unsachgemäßem Gebrauch

Anders ist es, wenn Kunden mit den neuen Straßenschuhen ein Fußball-Match auf dem Hartplatz veranstalten. Der Händler darf nach Auffassung des Europäischen Gerichtshofes zwar nicht grundsätzlich Ersatz für Verschlechterungen oder ein Nutzungsentgelt fordern (Az. C-489/07). Doch die Lage ändert sich, wenn Kunden die Ware „entgegen Treu und Glauben“ nutzen. Das wäre beim Fußballspielen mit teuren Straßenschuhen sehr wahrscheinlich. Bis geklärt ist, was das im Detail bedeutet, sollten die Käufer die Ware also sehr vorsichtig behandeln, wenn sie den Kauf vielleicht noch widerrufen möchten.

Für Ausnahmeregel fehlt Ebay die technische Basis

Um bei Vertragsabschluss die Kosten für eine spätere Verschlechterung der Ware auf den Kunden abzuwälzen, reicht nach Ansicht der Richter ein Mausklick des Käufers nicht aus. Laut Urteil des BGH ist eine solche Ausnahmeregel erst gültig, wenn der Verbraucher darüber in Textform, also schriftlich, belehrt worden ist. Dies sei bei Ebay nicht der Fall. Denn dort gelte der Käufer bereits durch den Tastendruck als belehrt. Das heißt: Solange eine Belehrung nur online vorgegeben ist, muss der Händler für beschädigte Produkte seines Kunden aufkommen, wenn dieser die Waren innerhalb eines Monats zurückgibt und sie in dieser Zeit nur so genutzt wurde, wie es vorgesehen ist, erklärte ein BGH-Sprecher.

Tipps

  • Widerruf. Für den Widerruf genügt es, wenn Sie ein Schreiben oder eine E-Mail schicken. Achten Sie darauf, dass Sie einen Beweis in der Hand haben. Deshalb ist es ratsam, wenn Sie den Widerruf per Fax mit Sendeprotokoll oder per Einschreiben versenden. Es reicht sogar, wenn Sie die Ware innerhalb der Frist kommentarlos zurückschicken. Dann sollten Sie die Versandbelege unbedingt aufheben.
  • Frist. Für den Widerruf haben Sie 14 Tage Zeit. Die Frist läuft, sobald die Ware da ist und der Händler per Mail oder Brief über das Widerrufsrecht belehrt hat. Fehlt die Belehrung, können Sie den Kauf noch lange später widerrufen. Läuft die Frist und ist ihr letzter Tag ein Samstag, Sonntag oder Feiertag, gilt sie bis zum nächsten Werktag.
  • Rücksendung. Nach dem Widerruf müssen Sie die Ware zum Händler zurücksenden. Eine Frist für die Rücksendung gibt es nicht, doch zu lange sollten Sie nicht warten. Wenn Sie die Ware innerhalb von 30 Tagen zurücksenden, sind Sie auf der sicheren Seite.
  • Erstattung. Mit der Erstattung des Geldes darf der Händler nicht trödeln. Spätestens 30 Tage nach der Widerrufs- oder der Rückgabeerklärung ist er im Verzug. Kunden können dann Verzugszinsen fordern. Die Frist gilt nach Ansicht von Juristen aber nur, wenn der Händler die Ware bereits zurückbekommen hat.
  • Mehr Infos. Noch mehr Hinweise finden Sie in den aktuellen Beiträgen:
    Online Einkaufen: So shoppen Sie richtig
    Onlineshops: Beim richtigen bestellen

Bundesgerichtshof, Urteil vom 09.12.2009
Aktenzeichen: VIII ZR 219/08

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