Wie eine Vorsorgekur abläuft

Montegrotto (Foto) und Abano in Nord­italien sind bekannte Thermal­kur­orte. Mineral­schlamm und Thermal­wasser kommen aus den Euganeischen Hügeln.

Mit der Bewil­ligung einer ambulanten Vorsorgekur schickt die Krankenkasse einen Kurarzt­schein. Ungefähr eine Woche vor Abreise füllt der behandelnde Arzt zu Hause einen Teil des Scheins aus. Das Papier ist Grund­lage für die medizi­nische Behand­lung im Kurort. So erhält der Kurarzt alle notwendigen medizi­nischen Informationen über den Kurpatienten und kann Heil­anwendungen verordnen.

Bade­arzt auswählen

Patienten können bereits vor Reiseantritt einen im Kurort ansässigen Bade­arzt auswählen, zum Beispiel über die Internetseite des Kurorts, oder direkt bei der Kurverwaltung. Der Kurarzt muss ein von der Kasse anerkannter Arzt mit der Zusatz­bezeichnung „Kurarzt“ oder „Bade­arzt“ sein.

Aufnahme­unter­suchung

Der Kurarzt untersucht den Patienten zu Beginn des Aufenthalts gründlich. Er kann auch persönliche Fragen etwa zur Familien­situation oder finanziellen Lage stellen. Weil einige Krankheiten durch Stress verursacht oder beein­flusst sein können, kann er die Therapie so besser auf den Patienten abstimmen.

Behand­lungs­plan fest­legen

In Absprache mit dem Patienten legt der Kurarzt den Behand­lungs­plan fest. Er verordnet örtliche Heil­mittel oder physika­lische Anwendungen wie Massagen. Außerdem kann er Medikamente verschreiben. Bei der Eingangs­unter­suchung zahlt der Patient üblicher­weise bereits seinen Eigen­anteil von 10 Euro für die Verordnung und 10 Prozent der Kurmittel. Nimmt er Anwendungen nicht in Anspruch, wird ihm das Zuvielgezahlte am Ende der Kur erstattet.

Behand­lungen während der Kur

Einmal in der Woche sollten Patienten ihren Kurarzt aufsuchen. Bei Problemen, etwa mit einer Anwendung, auch öfter. Die Heilbe­hand­lungen finden im Gesund­heits- oder Kurzentrum statt und werden von fachlich geschultem Personal wie Physio­therapeuten verabreicht. Der Kurgast muss aktiv zum Kurerfolg beitragen und an notwendigen Unter­suchungen und Behand­lungen teilnehmen. Die durch­geführten Therapien zeichnet er zum Nach­weis für die Krankenkasse ab. Sie rechnet direkt mit Kurmittel­haus oder Gesund­heits­zentrum ab.

Abschluss­bericht

Am Ende der Kur stehen Abschluss­unter­suchung und ein letztes Gespräch an, in dem der Arzt Empfehlungen für die Nach­sorge zu Hause gibt. Diese stehen auch in dem ärzt­lichen Abschluss­bericht, den der Patient mit seinem Arzt zu Hause durch­sprechen soll.

Erstattung bei Auslands­kuren

Bei Kuren im Ausland erstattet die Krankenkassen alle von ihr getragenen Kosten und Zuschüsse oft erst nach der Kur. Nur wenn die Krankenkasse Verträge mit einer Kureinrichtung im Ausland hat, läuft die Abrechnung zwischen Kasse und Kurbetrieb. Ansonsten müssen sich Patienten am Ende der Kur die Heilbe­hand­lungen auf einer gesonderten Rechnung einzeln auflisten lassen, am besten auf Deutsch. Diesen Kosten­nach­weis reichen sie nach ihrer Rück­kehr bei ihrer Krankenkasse zur Erstattung ein, zusammen mit Behand­lungs­plan, Diagnose und Abschluss­bericht des Arztes mit Unter­schrift.

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