Kasse zahlt für Vorsorgekur

Swieradow-Zdroj (Bad Flins­berg) im Iser­gebirge ist bekannt für Mineralien- und Radonquellen, sein Heilklima und Torf­vorkommen.

Wird eine ambulante Vorsorgekur genehmigt, muss der Versicherte zwar die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, Kurtaxe und Fahrt­kosten selbst tragen, die Krankenkasse beteiligt sich daran aber mit Zuschüssen. ­Außerdem bezahlt sie die Behand­lungen durch den Kurarzt voll­ständig und über­nimmt zu 90 Prozent die Kosten für kurärzt­lich verordnete Kurmittel, etwa Moor­packungen und Trinkkuren. Der Patient muss dazu eine Zuzahlung von 10 Prozent leisten. Darüber hinaus fallen 10 Euro pro Verordnung beziehungs­weise Rezept an. Versicherte unter 18 Jahre müssen nichts dazu­zahlen.

Die Zuschüsse legen die Kassen in ihren Satzungen fest (siehe Tabelle). Sie betragen maximal 16 Euro pro Kurtag. Für chro­nisch kranke Klein­kinder, die nicht älter als fünf sind, zahlen sie bis zu 25 Euro pro Kurtag.

Manche Versicherer zahlen einen pauschalen Betrag für die gesamte Kur. Beispiels­weise unterstützt die Techniker Krankenkasse ihre Mitglieder mit einem Betrag von 100 Euro.

Kasse

Maximaler Zuschuss für Erwachsene

Zuschuss für chro­nisch kranke Klein­kinder

(Euro pro Tag)

(Euro, pauschal)

(Euro pro Tag)

Kasse

Maximaler Zuschuss für Erwachsene

Zuschuss für chro­nisch kranke Klein­kinder

(Euro pro Tag)

(Euro, pauschal)

(Euro pro Tag)

AOK Baden-Württem­berg

16

25

AOK Bayern

16

25

Barmer

0

21

BKK Mobil Oil

13

21

IKK Classic

131

21

IKK Südwest

13

21

Knapp­schaft

1001

25

SBK

16

25

TK

1002

25

    Stand: 1 Juni 2017

    Wir bilden die zwei mitglieder­stärksten Kassen jeder Kassen­art (Ersatz­kassen, Allgemeine Orts­krankenkassen, Innungs­krankenkassen, Betriebs­krankenkassen) und die Knapp­schaft ab. Sortierung nach Alphabet. Angaben laut Satzungen.

    • 1 Zuschuss wird gezahlt, sofern die Maßnahme mindestens 14 Tage dauert.
    • 2 Zuschuss wird gezahlt, sofern die Maßnahme mindestens 21 Tage dauert.

    Befreiung von Zuzah­lungen

    Für gesetzlich Kranken­versicherte besteht die Möglich­keit, sich von Zuzah­lungen befreien zu lassen. Das gilt auch bei ambulanten Vorsorgeleistungen. Das Gesetz sieht eine Belastungs­grenze vor. Diese ist erreicht, wenn der Versicherte im laufenden Jahr mindestens 2 Prozent des Familien­brutto­einkommens ausgegeben hat. Für chro­nisch Kranke gilt eine Grenze von 1 Prozent. Wer zu viel bezahlt hat, bekommt sogar etwas zurück.

    Privatversicherte brauchen Zusatz­tarif

    Privat Kranken­versicherte sollten ihren Vertrag sehr genau prüfen, ob und in welchem Umfang der Versicherer Kuren finanziert.

    Ist keine Kosten­über­nahme geregelt und hat der Versicherte auch keinen Kurkosten­tarif, muss er die Kur selbst bezahlen. Kurkosten­tarife sehen entweder eine Erstattung der nachgewiesenen medizi­nischen Kosten oder ein pauschales Tagegeld vor.

    Kur als außergewöhnliche Belastung

    Kosten, für die die Krankenkasse nicht aufkommt, können Patienten als „außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer absetzen. Dafür muss die Reise nach­weislich der Abwendung einer konkreten Gesund­heits­gefahr dienen. Die Heilbe­hand­lung muss unter ärzt­licher Kontrolle statt­finden.

    Hat die gesetzliche Krankenkasse die Kur bewil­ligt, geht das Finanz­amt davon aus, dass der MDK die medizi­nische Notwendig­keit der Kur bereits im Vorfeld geprüft und anerkannt hat. Ein Attest vom Amts­arzt ist dann nicht erforderlich.

    Dieser Artikel ist hilfreich. 93 Nutzer finden das hilfreich.