Vorsorgekur für Eltern

Viele Kliniken an der Nordsee, auch auf Sylt, sind auf Mutter-Kind-Kuren spezialisiert.

Die Kinder quengeln, der Rücken macht schlapp, die Nerven liegen blank. Hinzu kommt die viele Arbeit – zu Hause und im Job. Die Anforderungen des Alltags wachsen vielen Eltern über den Kopf. Mehr als 100 000 von ihnen gehen jähr­lich zur Kur.

Dauer

Der Aufenthalt dauert in der Regel drei Wochen, in denen der Versicherte krank­geschrieben ist. Alle vier Jahre können Eltern eine weitere Kur beantragen.

Voraus­setzungen

Alle gesetzlich versicherten Mütter und Väter, die für den Alltag Kraft tanken müssen, können eine Kur beantragen. Sie haben die Möglich­keit, gemein­sam mit ihren Kindern zu fahren, können ihre Auszeit aber auch allein nehmen, im Rahmen einer reinen Mütter- oder Väterkur.

Vorsorgekuren für Eltern sind Pflicht­leis­tungen der gesetzlichen Krankenkassen. Das heißt: Jeder dort Versicherte, der Kinder erzieht und die medizi­nischen Voraus­setzungen erfüllt, hat Anspruch auf einen dreiwöchigen Kurauf­enthalt.

Voraus­setzung ist, dass der Antrag­steller mit seiner Gesundheit zu kämpfen hat – zum Beispiel mit dem Rücken, den Atemwegen oder der Psyche. 87 Prozent der Mütter, die im Jahr 2015 an einer Kurmaß­nahme im Müttergenesungs­werk teil­nahmen, litten an Erschöpfung bis hin zum Burnout.

Die Krankenkasse prüft auch, mit welchen Belastungen die Mütter oder Väter im Alltag zu tun haben: etwa dem Spagat zwischen Arbeit und Kinder­erziehung oder dem Druck, unter dem Allein­erziehende stehen, weil sie allein für die Familie verantwort­lich sind.

Der Grund­satz „ambulant vor stationär“ gilt bei den Kuren für Eltern nicht. Mütter und Väter müssen nicht erst zu Hause alle ambulanten Maßnahmen – zum Beispiel Physio­therapien oder Kurse zur Stress­reduzierung – ausschöpfen, um zur Kur fahren zu dürfen.

Kosten

Die Kosten für die Kur über­nimmt die Krankenkasse – auch für mitreisende Kinder. Diese dürfen ihre Eltern begleiten, wenn sich zu Hause niemand um sie kümmern kann. Versicherte zahlen einen Eigen­anteil von 10 Euro pro Tag, Kinder nichts.

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