Einfach zur Kur

Stationäre Vorsorgekur für pflegende Angehörige

Einfach zur Kur - Ihr Weg zur Erholung
Das heilende schwefelhaltige Thermal­wasser in Bad Füssing hilft gegen Gelenk­entzündungen (Arthritis). ©  Lookphotos / age fotostock

Es ist ohne Zweifel ein Knochenjob. Einer, der sowohl körperlich als auch emotional alles fordert: die Pflege eines Angehörigen. Seit 2012 haben pflegende Angehörige daher die Möglich­keit, im Rahmen einer Kur für ihre Gesundheit vorzusorgen. Sie soll die Pflegenden für den Alltag stärken und ihnen dabei helfen, lang­fristig gesund zu bleiben.

Inhalt

Erschöpfung, Schlafstörungen, Rücken­schmerzen

Im Jahr 2015 gab es in Deutsch­land knapp 2,9 Millionen Pflegebedürftige, 1,38 Millionen von ihnen wurden zu Hause allein durch Angehörige versorgt. Viele Pflegende versuchen, diese Aufgabe best­möglich in den eigenen Alltag einzugliedern. Der ist meist ohnehin schon voll­gepackt bis oben hin – mit Beruf, Part­nerschaft, Kinder­erziehung. Die Verantwortung für einen hilfebedürftigen Menschen, der Zeit­mangel und die Sorge, immer funk­tionieren zu müssen, erzeugen einen Druck, der oft zulasten der eigenen Gesundheit geht. Erschöpfung, Schlafstörungen oder auch körperliche Beschwerden wie Rücken­schmerzen können die Folge sein. Eine Kur kann helfen, die Gesundheit zu erhalten oder wieder­herzu­stellen.

Dauer

Der Kurauf­enthalt dauert im Regelfall drei Wochen. Der Versicherte ist für diese Zeit krank­geschrieben. Der Angehörige kann so lange etwa im Rahmen einer Kurz­zeit­pflege betreut werden. Nach vier Jahren ist eine erneute Kosten­über­nahme möglich.

Voraus­setzungen

Wie bei den anderen Vorsorgekuren geht es in erster Linie darum, eine ernst­hafte Erkrankung des Versicherten zu verhindern. Eine Kur ist also möglich, wenn der pflegende Angehörige gesundheitlich ange­schlagen ist – seelisch oder körperlich. Wichtig ist es, der Krankenkasse deutlich zu machen, dass es sich um Probleme handelt, die in Zusammen­hang mit der Pflege stehen.

Die stationäre Kur kommt nur in Betracht, wenn sämtliche ambulanten Behand­lungen und Maßnahmen am Wohn­ort nicht ausreichen, um die Gesundheit wieder­herzu­stellen.

Kosten

Die Kranken­versicherung über­nimmt die Kosten für Unterbringung und Verpflegung sowie für die ärzt­liche Behand­lung und die Kurmittel. Versicherte zahlen einen Eigen­anteil von 10 Euro pro Tag.

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