Weitere ambulante Vorsorgeleistungen der Krankenkassen: Gesund­heits­reise und Kompakt­kur

Radon, Wärme und hohe Luft­feuchtig­keit finden Kurgäste im Gast­einer Heil­stollen in Bad Gast­ein im Salzburger Land. Die Radon­therapie eignet sich bei rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen des Bewegungs­apparates.

Die gesetzliche Kranken­versicherung unterstützt nicht nur ambulante Vorsorgekuren, sondern oft noch andere Programme zur Prävention. Gesund­heits­reisen sind zum Beispiel etwas für alle Versicherten, die nicht an Präventions­kursen in ihrer Nähe teilnehmen können. Eine ärzt­liche Empfehlung brauchen sie nicht. Die Kompakt­kur ist hingegen eine spezielle, viel intensi­vere Form der ambulanten Vorsorgekur. Sie ist vor allem für Menschen mit chro­nischen Erkrankungen geeignet.

Gesund­heits­reise

Aktiv im Urlaub. Wer im Alltag nicht die Zeit hat, regel­mäßig an Präventions­kursen wie Rückenschule und Yoga teil­zunehmen oder Angebote zur Raucher­entwöhnung oder Gewichts­reduktion zu nutzen, kann meist eine Präventions­reise machen. Das gilt auch, wenn es keine Angebote in Wohn­ortnähe gibt. Viele Krankenkassen bezu­schussen die Reisen. Sie dauern meist mehrere Tage.

Zuschüsse der Kassen. Im Schnitt gibt es 150 Euro von den Kranken­versicherungen für eine Gesund­heits­reise pro Jahr. Dabei werden Kurse bezu­schusst, für Unterkunft und Verpflegung kommt der Versicherte selbst auf. Die Zuschüsse variieren, weil Gesund­heits­reisen Zusatz­leistungen sind. Manche Kassen zahlen gar keine. Interes­sierte sollten deshalb früh­zeitig bei ihrer Kasse nach­fragen. Versicherte müssen an 80 Prozent der Kurs­stunden am Reiseort teil­genommen haben, um den Zuschuss zu erhalten. Ein weiterer Präventions­kurs zu Hause wird nicht mehr bezu­schusst.

Zertifizierte Kurse. Angebote für Präventions­kurse und -reisen gibt es in den Bereichen Bewegung, Stress­bewältigung und Entspannung, Ernährung und Sucht­mittel­konsum. Damit Versicherte Zuschüsse zu Kursen erhalten, müssen diese nach dem Leitfaden Prävention der gesetzlichen Kranken­versicherungen zertifiziert sein. Interes­sierte sollten auf das „Prüfsiegel Deutscher Stan­dard Prävention“ achten. Viele Krankenkassen bezu­schussen nur Angebote mit diesem Siegel.

Spezialisierte Reiseanbieter. Einige Veranstalter von Gesund­heits­reisen arbeiten mit bestimmten Krankenkassen zusammen. Welche das sind, steht auf den Internet­seiten der Kassen, zum Beispiel bei den Innungs­krankenkassen. Dann geben gesetzliche Kassen nur zu diesen Reisen etwas dazu. Andere bezu­schussen Komplett­pakete ohne Einschränkung. Voraus­gesetzt, die Anbieter sind zertifiziert.

Kompakt­kur

Hohe Therapiedichte. Die dreiwöchige Kompakt­kur wird nur bei bestimmten Krank­heits­bildern, zum Beispiel Arthrosen, und nicht in allen Kurorten angeboten. Hinter der Kompakt­kur steckt ein ganz­heitliches Therapie­konzept. Sie verbindet klassische Elemente der ambulanten Vorsorgekur, also physio­therapeutische und kurortspezi­fische Heil­mittel wie Sole und Moor, mit Kursen zur Gesund­heits­vorsorge und Selbst­hilfe. Dabei arbeiten Kurärzte, Physio- und Sport­therapeuten, Psycho­logen und Ernährungs­berater eng zusammen. Die Therapien richten sich streng nach der Indikation des Kurpatienten.

Zuschüsse der Kassen. Wie bei der ambulanten Vorsorgekur wählt der Kurgast Kurort, Unterkunft und Verpflegung selbst und zahlt auch dafür. Die gesetzliche Kranken­versicherung über­nimmt auf Antrag die Kurarzt­kosten voll­ständig, die Heil­mittel­kosten zu 90 Prozent. Viele Kassen zahlen außerdem Zuschüsse zu den übrigen Kosten von maximal 16 Euro pro Kurtag. Für Versicherte bleibt der Eigen­anteil in Höhe von 10 Euro pro Verordnung.

Behand­lungen in Gruppen. Es werden Gruppen aus bis zu 15 Patienten mit gleichen oder ähnlichen Erkrankungen gebildet. Die Therapien finden in diesen Gruppen statt. Während der Dauer der Kur wird jede Gruppe von einem festen Leiter betreut. Die Teilnehmer profitieren vom Erfahrungs­austausch inner­halb der Gruppe.

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