Einfach zur Kur Ihr Weg zur Erholung

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Kraft tanken, Seele baumeln lassen – niemand muss erst schwer krank werden, um zur Kur fahren zu dürfen. Es gilt das Motto: Vorbeugen ist besser als heilen. Wer früh die Reiß­leine zieht, kann während des Kurauf­enthaltes wirkungs­voll und nach­haltig gegen Risiken für die eigene Gesundheit vorgehen: zum Beispiel gegen dauer­haften Stress und Erschöpfung, Bewegungs­mangel und Überge­wicht. Unser Special zeigt, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen – vom Antrag bis zur Erholung.

Inhalt

Vorsorge soll gesund halten, Reha gesund machen

Auch wenn der Begriff Kur seit der Gesund­heits­reform im Jahr 2000 im Gesetz gar nicht mehr vorkommt, ist er umgangs­sprach­lich immer noch geläufig: „Ich fahre zur Kur“. Fachleute dagegen sprechen einer­seits von Vorsorge, anderer­seits von Rehabilitation. Ambulante und stationäre Vorsorgeleistungen sollen die Gesundheit erhalten. Bei einer Reha geht es darum, die Gesundheit wieder­herzu­stellen: zum Beispiel nach einem Unfall oder einer Operation oder nach einer schweren Erkrankung.

Krankenkassen zahlen für Vorsorge und Reha

Je nachdem, um welche Art von Kur es geht, bezu­schussen die gesetzlichen Krankenkassen die Maßnahme oder über­nehmen die Kosten komplett. Das gilt für alle Versicherten: vom Studenten, der bis über beide Ohren im Prüfungs­stress steckt, bis hin zum arthrose­geplagten Rentner. Auch Eltern haben die Möglich­keit zur Kur zu fahren ebenso wie Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen.

Der Arzt muss die Kur verordnen

Ob ambulant oder stationär, Vorsorge oder Reha – der behandelnde Arzt muss die Maßnahme verordnen. Erst dann können Versicherte einen Antrag bei ihrer Krankenkasse stellen. Die Kuren haben unterschiedliche Voraus­setzungen. Außerdem gilt oft der Grund­satz: Ambulant vor stationär. Das heißt: In der Regel muss der Versicherte erst die medizi­nische Versorgung am Wohn­ort ausschöpfen.

Bei Ablehnung Wider­spruch einlegen

Doch nicht immer gibt die Krankenkasse grünes Licht für den Kurauf­enthalt. Im Jahr 2015 genehmigten die gesetzlichen Krankenkassen rund drei Viertel aller abschließend bearbeiteten Anträge, rund ein Viertel lehnten sie ab. Nach einem Wider­spruch wurde die Leistung in über 37 Prozent der Fälle bewil­ligt.

Das bietet der Finanztest-Artikel

Wir erklären,

  • welche Arten von Kuren es gibt
  • wie Kuren ablaufen,
  • welche Kur für wen die richtige ist,
  • wie Sie Schritt für Schritt zu Ihrer Kur kommen,
  • was Sie tun können, wenn die Krankenkasse Ihren Kurantrag ablehnt,
  • welche Voraus­setzungen für welchen Kur-Typ erfüllt sein müssen,
  • wie lange Kuren dauern und ob Sie dafür Urlaub bei Ihrem Arbeit­geber beantragen müssen,
  • welche Zuschüsse die mitglieder­stärksten Kassen bei ambulanten Vorsorgekuren zahlen,
  • welche weiteren ambulanten Vorsorgeleistungen die Krankenkassen anbieten,
  • was bei einer Kur im EU-Ausland zu beachten ist.
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Profilbild Stiftung_Warentest am 12.10.2017 um 14:08 Uhr
Privat Versicherte

@Südhof: Im Artikel geht es vornehmlich um die Kostenübernahme der Krankenkassen für eine Kur, am Rande um die Reha-Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Privat Versicherte schauen in die Bedingungen ihres Tarifes. Denn für welche Kuren in welchem Umfang der private Krankenversicherer die Kosten übernimmt, bestimmt allein der Tarif. Alle Versicherten können ihre Fragen auch an die unabhängige Patientenberatung stellen: 0800 011 77 22, www.unabhaengige-patientenberatung.de
(maa)

Südhof am 11.10.2017 um 16:02 Uhr
Und Privat Versicherte?

Kann ich mit dem Artikel auch etwas anfangen, wenn ich nicht Gesetzlich Versichert bin?

tinne am 26.06.2017 um 22:44 Uhr
Krebs NRW, AHB, Privatversicherte

Ein paar wichtige Ergänzungen:
- Krebskranke mit Erstwohnsitz in Nordrhein-Westfalen wenden sich immer an die ArGe Krebs NRW http://www.argekrebsnw.de unabhängig, ob die Kranken- oder Rentenkasse leisten muss.
- Im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt ist oft eine "Anschlussheilbehandlung" empfehlenswert, die wie eine stationäre Reha funktioniert, aber ziemlich direkt nach der stationären Akutbehandlung angetreten werden muss. Noch auf Station informieren lassen!
- Viele private Krankenversicherungen decken Kuren nicht ab, die Anschlussheilbehandlung gibt es gar nicht. Wer kann, sollte das direkt bei der Versicherungswahl prüfen und in die Entscheidung mit einbeziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 21.06.2017 um 14:28 Uhr
Rentner

@Antefix: Wer bereits in Rente ist, stellt seinen Antrag bei der Krankenkasse. Fehlläufer werden erfahrungsgemäß an den richtigen Versicherungsträger weitergeleitet. Sowohl in der großen Grafik auf Seite 70 als auch auf Seite 74 links unten stellen wir dar, wer bei der RV, wer bei der Krankenversicherung eine Reha beantragen kann und wie das geht. (TK)

Antefix am 21.06.2017 um 12:47 Uhr
Reha für Rentner ?

Für eine Rehabilitation zwecks unbehinderter bzw. wiedererlangter Leistungserbringung am bestehenden Arbeitsplatz waren bisher die Rentenversicherungsträger zuständige Antragsempfänger. Erst ab (Antragstellung eines) Altersrentenbezugs werden die gesetzl. Krankenkassen vom RVT zuständig "gemacht". Berichtet der Heftaufmacher auch über -- wie zu überwindende -- Unterschiede bei diesen sozialrechtlichen Genehmigungsverfahren, die unter den zahlreichen Kassen gewiss unterschiedlich gehandhabt werden?