Einfach- und Senioren­handys Test

Welches Mobiltelefon ist ein guter Partner im Alter? Im Test siegt ein Senioren­handy mit hilf­reichen Funk­tionen, das Doro Phone Easy 410gsm.

Noch vor zwei Jahren waren Senioren­handys alles andere als schick. Nahezu riesig wirkten sie gegen­über herkömmli­chen Handys, von ihrem Gewicht ganz zu schweigen. Ihr Markenzeichen waren große Tasten, auch mal in bunt gehalten – nicht unbe­dingt die Art Mobiltelefon, die man gern zur Schau trägt. Doch die Anbieter haben dazugelernt und am Design gefeilt. Mitt­lerweile unterscheiden sich viele Senioren­handys äußerlich gar nicht mehr stark von anderen Mobiltelefonen, in ihren Funk­tionen allerdings schon.

Was Doro 410gsm zum Sieger macht

Für den Test haben wir 15 solcher Senioren­handys ausgesucht, aber auch 3 einfache klassische Handys zu Preisen zwischen 29 Euro und 245 Euro. Mit einem guten Display und einer klaren, einfachen Menüführung über­zeugt der Testsieger, das Doro Phone Easy 410gsm. Das Klapp­handy hat große und gut beschriftete Tasten, mit denen ältere Menschen gut zurecht­kommen. Auch Text­nach­richten (SMS) lassen sich mit ihm bequem schreiben. Es ist das einzige Handy im Test, das sich sowohl für Menschen mit Seh- und Hörschwäche als auch für Personen mit Motorik­schwäche eignet (siehe „Hör-, Seh-, Motorik­schwäche“).

Was Einfach­handys können

Wie bereits beim letzten Test Handys für Senioren platzierte sich auch jetzt wieder ein Nokia auf den vorderen Rängen, diesmal das Klapp­handy Nokia 3710 fold. Es punktet mit seinem guten Display. Allerdings ist die Beschriftung der Tasten schwer zu erkennen. Deutlich besser ist hier das Samsung C3060, das aber kein seniorengerechtes Hand­buch mitliefert. Bei beiden ist die Menüstruktur etwas komplexer als beim Doro. Wer ein Handy zum ersten Mal nutzt, muss sich erst an die vielen Untermenüs gewöhnen. Wer mit seinem Handy auch fotografieren möchte, liegt mit beiden richtig.

Was  bei Senioren­handys  anders ist

Einfach- und Senioren­handys Test

Ungewöhnlich: Eine Menütaste versteckt sich beim Doro Phone Easy 338gsm an der Seite des Telefons.

Alle Senioren­handys verzichten hingegen auf eine Kamera, sie beschränken sich auf die Funk­tionen des mobilen Telefonierens. Mit einer Ausnahme können alle SMS versenden und empfangen: Das Doro Phone Easy 338gsm kann nur SMS empfangen.

Fünf Senioren­handys warten mit einem Farb­display auf, alle anderen haben nur ein einfarbiges Display. Unterschiede gibt es auch bei den Symbolen auf dem Bild­schirm: Im Vergleich zu herkömm­lichen Handys strotzen die Ziffern vor Größe. Die übrige Ausstattung ist zugunsten der einfachen Bedien­barkeit sehr über­sicht­lich.

Doch es gibt andere Extras: Bei Senioren­handys liefern einige Anbieter eine Tischladestation mit. Bis auf das Auro Classic 8510 haben alle eine Frei­sprech­funk­tion. Und einige bieten als zusätzliche Sicher­heits­funk­tion eine spezielle Notruftaste.

Was im Notfall schlecht ist

Wer eine solche Notruftaste haben möchte, findet sie bei zwölf Modellen, meist auf der Vorder- oder Rück­seite des Telefons. Wird die Taste gedrückt, senden fast alle eine Notruf-SMS an bis zu fünf zuvor einge­speicherte Empfänger. Und jedes der Mobiltelefone ruft die einge­speicherten Telefon­nummern nach­einander an – so lange, bis jemand abnimmt. Schlechte Karten hat der Nutzer allerdings beim Amplicom, beim Hagenuk Fono E100 und beim ITT Easylife: Springt ein Anruf­beant­worter am anderen Ende der Leitung an, stoppt der Notruf.

Was im Notfall am besten hilft

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Bunt:Durch die farbigen Zahlen und Buch­staben beim Telme E1200 wirkt das Mobiltelefon eher wie ein Kinder­handy, nicht unbe­dingt wie ein Handy speziell für Senioren.

Lorbeeren heimst das Emporia Lifeplus für seine Notruftaste ein: Es vers­endet erst eine SMS mit der Notruf­information an alle Empfänger. Dann wählt es den ersten Empfänger an, der muss den Notruf inner­halb der ersten Minute durch Drücken einer Taste bestätigen. Macht er das nicht, ruft das Handy die zweite Nummer an. Auch wenn ein Gespräch zustande kommt, ist das Emporia noch eine Stunde lang im Notrufmodus, es nimmt jeden Anruf an und schaltet auf Frei­sprechen. Eine ähnliche Lösung bietet auch das Fitage: Drei programmier­bare Tasten direkt unter dem Display dienen als Abkür­zung für Notrufe. Auch das Fitage ver­sendet eine SMS an die gespeicherten Empfänger. Für die nächsten 20 Minuten ist es im oben­genannten Notrufmodus. Allerdings sind die Notruftasten nicht sofort als solche erkenn­bar: Sie wirken wie herkömm­liche Menütasten, es besteht die Gefahr, sie aus Versehen zu drücken. Negativ ist auch die kurze Standby­zeit, das Fitage muss also öfter ans Stromnetz.

Was die Akkus taugen

Lange Standby­zeiten sind vor allem für diejenigen wichtig, die selten telefonieren, das Handy aus Sicher­heits­gründen aber einge­schaltet lassen. Wer öfter telefoniert, für den ist ein guter Akku wichtig. Und die Akkus der Senioren­handys machen jetzt nicht mehr so schnell schlapp wie im letzten Test. Aufpassen muss man allerdings beim Auro Comfort 1060, das mit einer GPS-Funk­tion wirbt. Über das globale Navigations­satelliten­system GPS kann es seine Position bestimmen und im Ernst­fall eine Text­nach­richt mit der aktuellen Position versenden. Ist die Funk­tion immer einge­schaltet, hält der Akku aber nur knapp einen Tag. Um möglichst oft und lange telefonieren zu können, sollte GPS lieber aus bleiben.

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