Ein Jahr Lebens­mittel­warnung.de Meldung

Seit einem Jahr informiert die Internetseite www.lebensmittelwarnung.de über gesund­heits­gefähr­dende Lebens­mittel und Rück­rufaktionen. Mehr als drei Millionen Mal wurde die Seite in dieser Zeit aufgerufen. In Zukunft sollen sich Verbraucher dort auch über gesund­heits­schädliche Bedarfs­gegen­stände wie Geschirr, Spielzeug, Reinigungs­mittel oder Kosmetika informieren können.

Wann die Erweiterung kommt, ist unklar

Aktuell veröffent­lichen die Bundes­länder und das Bundes­amt für Verbraucher­schutz und Lebens­mittel­sicherheit (BVL) Warnungen vor zum Beispiel gesund­heits­gefähr­denden oder ekel­erregenden Lebens­mitteln. Sie stammen von den Über­wachungs­behörden oder den Herstel­lern selbst, die zum öffent­lichen Rück­ruf unsicherer Produkte verpflichtet sind. Künftig soll die Internetseite auch vor Bakterien in Cremes und anderen kosmetischen Mitteln, Schad­stoffen in Kinder­spielzeug und anderen gefähr­lichen Bedarfs­gegen­ständen warnen. Diese Entscheidung traf die Verbraucher­schutz­minister­konferenz Mitte September 2012 in Hamburg. Wann das BVL die beschlossene Erweiterung zusammen mit den Ländern umge­setzt haben wird, ist noch offen. In den nächsten Monaten ist damit aber noch nicht zu rechnen, sagte ein Sprecher des BVL gegen­über test.de.

59 von 106 Warnungen aufgehoben

Ob Dioxin in Hühnereiern, Plastikteile in Tüten­suppen oder Salmonellen in Kurkumapulver – seit dem Start des Internetportals am 21. Oktober 2011 haben die Behörden 106 Warnungen oder Informationen einge­stellt. 59 davon sind bereits wieder aufgehoben. Die Resonanz ist groß: Mehr als drei Millionen Mal wurde die Seite seit ihrem Bestehen aufgerufen. Sie soll die Lebens­mittel­kontrolle in Deutsch­land trans­parenter machen: Verbraucher bekommen wichtige Informationen von verschiedenen Länderbehörden zentral an einer Stelle.

Email-Newsletter ist geplant

Nachteil des Portals: Bisher müssen Verbraucher es aktiv besuchen, um die Lebens­mittel­warnungen zu erhalten. Nur wer Mitglied des sozialen Netz­werks Twitter ist, bekommt die Informationen auto­matisch darüber – rund 3 000 Nutzer folgen den Warnungen dort derzeit ( @LMWarnung). Das soll sich nach Aussagen des BVL von heute „in naher Zukunft“ ändern: Dann sollen Verbraucher auch die Möglich­keit haben, sich via E-Mail-Newsletter und RSS-Feed über neue Warnungen benach­richtigen zu lassen. Dies ist mehr als wünschens­wert, damit Verbraucher so schnell wie möglich informiert sind – bevor sie etwa gesund­heits­bedenk­liche Lebens­mittel essen.

Rück­rufe auch auf test.de

Auch die Stiftung Warentest berichtet regel­mäßig über Rück­rufe von besonders gefähr­lichen und weit verbreiteten Lebens­mitteln und informiert dabei meist umfassender als das Portal Lebens­mittel­warnung.de. Zu finden sind sie unter www.test.de/thema/rueckruf. Dort finden Sie auch Rück­rufe von anderen Produkten wie Kameras, Auto­kinder­sitzen, Medizin­produkten, Elektro­artikeln oder Kosmetika.

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