Hoffnungslos überschuldet

Vermietete Eigentumswohnungen wurden viel zu teuer verkauft. Banken und Vertriebsfirmen verdienten daran.

Skrupellos vergaben Banken in den 80er und 90er Jahren viel zu hohe Darlehen für weit überteuerte Eigentumswohnungen, bei denen Anleger neben dem Preis der Immobilie auch noch eine enorme Summe für Gebühren und Vertriebsprovisionen zahlen mussten.

Im Fall von Karl Heinze war es damals die L-Bank (heute Landesbank Baden-Württemberg) in Stuttgart, die ein Hypothekendarlehen in Höhe von rund 120 000 Euro herausrückte.

Baukosten für die Wohnung: 82 000 Euro
+ Zusatzkosten*: 26 000 Euro
= Projektaufwand: 108 000 Euro
+ Disagio (Zinsvorauszahlung): 12 000 Euro
= Hypothekendarlehen: 120 000 Euro (46% über Objektpreis)

*Für Konzeption, Marketing, Projekt­entwicklung, Qualitätssicherung etc.

Die Zinsen von effektiv 6,89 Prozent in Höhe von 6 380 Euro pro Jahr bleiben bis Ende März 2007 fest.

Zusätzlich finanzierte die Brühler Kreditbank durch Vermittlung der Prisma Privatfinanz AG auch noch alle anderen Zusatzkosten wie Kaufnebenkosten, Treuhand-, Steuerberatungs- und Vermittlergebühren in einer Höhe von über 28 000 Euro. Dieser mit effektiv 10,53 Prozent besonders teure Ratenkredit lief unter dem Deckmantel der „Eigenkapital-Vorfinanzierung“.

Die Gesamtfinanzierung aus Hypo­thekendarlehen und Zusatzdarlehen lag mit 148 000 Euro um 80 Prozent über den reinen Baukosten für die Eigentumswohnung. Sie erreicht damit knapp 3 450 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Hinzu kommt auch noch die jährlich steigende Erbpacht.

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