Eigentümer­gemeinschaft Rück­lage für Instandhaltung ist Pflicht

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Eine angemessene Instandset­zungs­rück­lage ist für eine Eigentümer­gemeinschaft Pflicht. Das Amts­gericht Neustadt am Rüben­berge hob den Beschluss von Eigentümern eines Hauses mit neun Wohnungen auf (Az. 20 C 687/14). Sie wollten nur 2,50 Euro je Quadrat­meter und Jahr zurück­legen. Eine Eigentümerin klagte dagegen.

Der Amts­richter gab ihr recht. Eine zu geringe Rück­lage wider­spreche ordnungs­gemäßer Bewirt­schaftung, urteilte er. Er setzte die Instandhaltungs­rück­lage auf 7,10 Euro je Quadrat­meter fest. Das entspricht dem Betrag, der im sozialen Wohnungs­bau für die Instandset­zung ähnlich alter Gebäude anzu­setzen ist.

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Antefix am 17.06.2015 um 15:13 Uhr
Starre Rücklagenbildung wofür?

Ganz klar benötigt "ordnungsgemäße Hausverwaltung" angemessenes Spielgeld für laufende Ausgaben, notwendige Wartung und unerwartete Reparaturen. Was ist aber mit bloßem "Umsatzbedarf", weil ein Hausverwaltervertrag nur selten auf Selbstkostenabzweigung angelegt ist, sondern zusätzlich auf Vergütung einzelner Auftragsvergaben ab vorbestimmter Umsatzhöhe? Logisch, dass sich daraus verwaltertypisches Eigenleben entwickelt, zuvorderst möglichst hohe Rücklagen anzusparen, die dann - um nicht zrückgezahlt zu werden - in vergütungsrelevanten Tranchen "verbraten" werden. Klar, große Aufträge müssen von der WE-Gemeinschaft zuvor abgestimmt werden. Aber war FinanzTest schon mal dabei, wie das von erstaunlich vielen Verwaltern in den Gelben Seiten erfolgreich eingefädelt wird, um solchen Umsatz zu generieren?
StiWa sollte Erlaubnis zur Beisitzung bei einigen jährlich regulär nur einmal stattfindenden WEG-Versammlungen mit mehr als ~20 Teilnehmern finden, um investigativ arbeiten zu können.