Sandra K. aus Falkenrehde: 1999 haben mein Freund und ich je zur Hälfte ein Haus gekauft. Wir bekommen jeder die halbe Eigenheimzulage von 1.250 Mark. Nun bauen wir im Anbau des Gebäudes eine Einliegerwohnung. Hätten wir dafür noch mal Zulage gut, wenn wir im Jahr der Fertigstellung heiraten? Das Finanzamt meint "Nein".

Finanztest: Wir meinen "Ja". Das Finanzamt sollte seinen eigenen Eigenheim-Erlass studieren. Will das Amt trotzdem ablehnen, sollten Sie bei der zuständigen Oberfinanzdirektion nachhaken. "Als ein Objekt werden Anteile von Ehegatten auch behandelt", schreibt das Bundesfinanzministerium "wenn sie dafür vor der Heirat Eigenheimzulage bekommen haben und erst während des Förderzeitraums oder später geheiratet haben" (Bundessteuerblatt Teil I 1998, S. 190, Textziffer 39). Ihre beiden Miteigentumsanteile des Altbaus zählen also nach der Hochzeit als ein Objekt und Sie haben dann als Ehepaar noch einmal Eigenheimförderung gut.

Normalerweise erhalten zwar Ehegatten nicht gleichzeitig für zwei in räumlichem Zusammenhang stehende Objekte eine Zulage. Das gilt aber laut erwähntem Schreiben nur dann, wenn die Eigentümer bei Herstellung oder Anschaffung beider Objekte schon verheiratet waren. Und das waren Sie ja nicht! Weil Sie beim Kauf im Dezember 1999 noch nicht verheiratet waren, können Sie trotz räumlichen Zusammenhangs Ihres Altbaus und der Einliegerwohnung gleichzeitig für beide Objekte Eigenheimzulage bekommen. Sie sollten Ihr Finanzamt auf die Ausführungen im Bundessteuerblatt hinweisen.

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