Eigenheimzulage Meldung

Die Eigen­heim­zulage sollte sich jetzt noch sichern, wer demnächst ohnehin bauen oder kaufen will.

Wer der geplanten Streichung der Eigenheimzulage sicher zuvorkommen will, sollte noch in diesem Jahr über Bau oder Kauf entscheiden – aber nicht überstürzt.

Die Eigenheimzulage steht auf der Kippe. Die Regierung will die Förderung ganz streichen, die Opposition verteidigt sie nur halbherzig. Damit geraten diejenigen unter Zeitdruck, die ohnehin bald bauen oder kaufen möchten. Wer noch in diesem Jahr alles klarmacht, bleibt auf der sicheren Seite. Die Zulage wurde zu Jahresbeginn zwar gekürzt, aber die Kinderzulage wurde erhöht, sodass Altbaukäufer mit Kindern sogar etwas mehr bekommen als früher.

Vorsicht: Der Kauf einer Immobilie will gut überlegt sein. Für die meisten Menschen ist es die größte Investition ihres Lebens. Auch der Wunsch, die Eigenheimzulage noch mitzunehmen, darf da nicht zu überstürzten Entscheidungen verführen.

Die Zulage bekommt nur, wer nicht zu viel ver­dient. Maßstab ist die „Summe der positiven Einkünfte“. So genannte negative Einkünfte wie Verluste aus Vermietung und Verpachtung oder Gewerbe eröffnen Spielraum, weil sie die Einkünfte senken. So können zum Beispiel Selbstständige durch zusätzliche Betriebsausgaben oder Einnahmeverlagerungen die Einkommenshürde nehmen.

Ehepaare zweimal

Auch Ehepaare können reagieren: Wenn einer unter der Grenze liegt und der andere darüber, können getrennte Steuererklärungen helfen. Das sollte aber mit einem Steuerprofi besprochen werden.

Jedem Ehepartner steht eine eigene Zulage zu. Wurde die zweite nicht genutzt, kann das Paar zum Beispiel eine zweite Wohnung kaufen und sie unentgeltlich Angehörigen überlassen. So billigte der Bundesfinanzhof dem Bauherrn eines Zweifamilienhauses die Zulage für beide Wohnungen zu. Die eine bewohnte er selbst, die andere überließ er seiner Mutter. Hätte das Paar auch die zweite Wohnung selbst genutzt, hätte es wegen des räumlichen Zusammenhangs nur eine Förderung erhalten (Az. IX R 37/01).

Der Kreis der Angehörigen ist weit gefasst. Neben Eltern, Kindern, Verwandten und Verschwägerten gehören auch Verlobte dazu, Geschwister und deren Ehegatten, geschiedene Gatten, Geschwister der Eltern, Pflegeeltern und Pflegekinder.

Wurde aber das Geld für den Kauf geschenkt, kann die Zulage gestrichen werden. Nur wenn der Eigenheimbesitzer Geld aus eigener Tasche zulegt, kann er sie bekommen. Da die Zulage ein Prozent der Bausumme beträgt, maximal 1 250 Euro, muss er sich mit mindestens 125 000 Euro an den Kosten beteiligen, um die volle Summe zu erhalten. Ist der Betrag geringer, bekommt er sie nur anteilig.

Ein Darlehen – zum Beispiel von Eltern an Kinder – bedeutet keine Gefahr für die Zulage, wenn der Vertrag wie unter Fremden durchgeführt wird. Dasselbe gilt, wenn das Geld ohne Auflage verschenkt wird – also nicht mit der Bedingung, dafür zu bauen. Wird aber die Immobilie verschenkt oder der volle Geldbetrag mit Zweckbestimmung, entfällt die Zulage.

Für Umbauten oder Erweiterungen gibt es keine Zulage mehr. Wohl aber, wenn zum Beispiel das Dachgeschoss ausge­baut wird, sodass eine neue Wohnung entsteht. Voraussetzungen: Die Wohnung hat mindestens 23 Quadratmeter, Bad, WC, Kochgelegenheit und eigenen Zugang. Außerdem müssen die Kosten inklusive Eigenleistungen höher sein als der bisherige Verkehrswert der Umbaufläche.

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