Eigenheimzulage Meldung

Die Eigenheim­zulage steht auf der Streichliste. Wer sich die lukrative Förderung sichern will, sollte sich beeilen.

Der Eigenheimförde­rung droht das Aus. Experten befürchten, dass sie schon 2006, spätestens 2007 gestrichen wird. Wer plant, eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen, gerät deshalb unter Zeitdruck. Denn es lohnt sich, die Zulage mitzunehmen: Sie beträgt jährlich 1 250 Euro plus 800 Euro pro Kind. Und das acht Jahre lang. Eine Familie mit zwei Kindern kommt so auf 22 800 Euro.

Für die Zulage gelten aber Einkommensgrenzen. Gezählt wird das Einkommen aus zwei Jahren: das Jahr der Anschaffung oder Fertigstellung von Haus oder Wohnung und das Jahr davor. Beide Jahre werden addiert. Insgesamt darf ein Antragsteller dann höchstens 70 000 Euro verdienen. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag. Für jedes Kind im Haus erhöht sich der Wert um 30 000 Euro. Wenn die Eigenheimer in den nächsten Jahren mehr verdienen, spielt das keine Rolle: Wurde die Zulage einmal genehmigt, wird sie für die vollen acht Jahre weitergezahlt.

Den Spielraum nutzen

Maßstab ist die „Summe der positiven Einkünfte“. Negative Einkünfte, etwa aus Vermietung und Verpachtung oder aus selbstständiger Nebentätigkeit oder einem Gewerbebetrieb, bleiben außen vor.

Selbstständige haben Spielraum, kurzfristig ihre Einkünfte durch zusätzliche Betriebsausgaben oder Einnahmeverla­gerungen unter die Grenze zu drücken. So kann die Rücklage für den geplanten Kauf eines neuen Geschäftswagens helfen, die Einkommenshürde zu nehmen.

Arbeitnehmer können eventuell ihre Werbungskosten gezielt erhöhen und vor­übergehend auf Prämien und Abfindungen des Arbeitgebers verzichten.

Bei Ehepaaren erfasst das Finanzamt die Einkünfte grundsätzlich zusammen, auch bei getrennter Veranlagung. Es hilft also nicht, getrennte Steuererklärungen abzugeben, wenn ein Partner unter der Einkommensgrenze bleibt.

Bei unverheirateten Paaren rechnet das Finanzamt dagegen getrennt ab. Bleibt einer unter der 70 000-Euro-Grenze, kann er Alleineigentümer werden und damit die volle Zulage bekommen. Ein Paar, das noch nicht geheiratet hat und gemeinsam zu viel verdient, sollte also besser erst bauen und dann heiraten.

Für Ehepaare bieten sich zusätzliche Möglichkeiten, denn sie bekommen die Zulage zweimal. Das geht aber nur, wenn die erste Zulage zeitlich abgelaufen ist. Die zweite Förderung können sie zum Beispiel bekommen, wenn sie nach einem Umzug in eine andere Stadt noch einmal bauen.

Die Ehepartner müssen die Förderung aber für zwei verschiedene Objekte beantragen. Es ist auch nicht möglich, ein Haus, für das bereits Zulage kassiert wurde, künstlich zu teilen, um dann für die so entstandene „neue Wohnung“ erneut die Zulage zu bekommen.

Anders ist das, wenn in einem bestehenden Haus eine Einliegerwohnung eingebaut wird. Dann gibt es die Förderung auch im selben Objekt, für das vorher schon Zulage gezahlt wurde.

Die neue Wohnung darf nicht vermietet werden, denn Eigenheimzulage gibt es nur für selbst genutzten Wohnraum. Es ist aber erlaubt, Familienangehörige kostenlos dort wohnen zu lassen. Die Verwandten dürfen dann keine Kaltmiete zahlen, sondern höchstens Betriebskosten.

Achtung: Die Zulage gibt es nicht für Ferienhäuser oder -wohnungen.

Wer die Kinderzulage bekommt

Für die Kinderzulage muss den Eltern im Förderjahr Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zustehen. Es reicht, wenn das nur in einem Monat der Fall ist. Zweite Bedingung: Das Kind gehört zum Haushalt. Dabei kommt es aber nur auf das Jahr der Anschaffung oder Herstellung an.

Beispiel: Eine Familie kauft im Mai ein Haus und zieht im September ein. Die 19-jährige Tochter wohnt noch bei ihnen, zieht aber schon im Juni desselben Jahres aus, mietet am Studienort mit ihrem Freund eine Wohnung und führt dort ihren eigenen Haushalt. Das Finanzamt zahlt trotzdem die Kinderzulage weiter.

Entscheidend ist das Jahr der Anschaffung oder Herstellung. Da gelten strenge Vorschriften. So wurde Eltern das Baukindergeld verweigert, deren Söhne in einer Wohngemeinschaft lebten. Sie besuchten die Eltern häufig, hatten bei ihnen eigene Zimmer, in denen sie auch mitunter übernachteten. Doch gelegentliche Kost und Logis genügt nicht für eine Haushaltszugehörigkeit, entschied der Bundesfinanzhof. Der Aufenthalt im elterlichen Haus müsse sechs Wochen im Jahr übersteigen (Az. III R 40/03).

Bei getrennt lebenden Eltern gilt diese Sechswochenregel nicht. Wenn das Kind jederzeit sowohl beim Vater als auch bei der Mutter wohnen und leben kann, ist es in beiden Haushalten voll eingegliedert. Ein gemeinsames Sorgerecht oder Eintragungen ins Melderegister spielen bisher eine untergeordnete Rolle.

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