Tipps für Antragsteller

Das Ministerium hat zahlreiche Informationen in einem Schreiben (IV C 3 – EZ 1010 – 43/04) ins Internet gestellt: www.bundesfinanzministerium.de, Suchwort „Zweifelsfragen Eigenheimzulage“.

Termin
Der achtjährige Förderzeit­raum beginnt mit dem Jahr der Anschaffung. Das erste Geld gibt es aber erst im Jahr des Einzugs. Deshalb sollten Käufer rechtzeitig einziehen. Anschaffungstermin ist der Tag, an dem Nutzen und Lasten der Immobilie auf den Erwer­ber übergehen, nicht das Datum des Kaufvertrags. Liegt der Termin noch in diesem Jahr, zieht er aber erst 2006 ein, geht ein Jahr Förderung verloren. Es gibt die Zulage dann nur für sieben Jahre.

Bemessungsgrundlage
Als Bemes­sungsgrundlage gilt 1 Prozent der Anschaffungs- oder Baukosten. Um den maximalen Förderbetrag von 1 250 Euro zu bekommen, müssen sie also mindestens 125 000 Euro betragen. Auch Kosten für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen wie Verputzen, Außenan­strich, Fenster- und Türeinbau gehören zur Bemessungsgrundlage, wenn sie innerhalb von zwei Jahren nach der Anschaffung durchgeführt werden.

Geschenk
Wer seinen Kindern oder anderen Angehörigen Geld für ein Eigen­heim schenken will, muss aufpassen. Die Zulage gibt es nur, wenn der Immo­bi­lien­eigen­tümer durch den Bau oder Kauf finanziell belastet wird. Ein geschenktes Haus wird daher nicht gefördert. Aber wenn sich der Beschenkte selbst an den Kosten beteiligt, kann er die Zulage be­­kom­men. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Schenkung ohne die Aufla­ge erfolgte, dass das Geld für den Immobilienerwerb verwendet werden soll. Ausnahme: Das Geld für ein Grundstück wird erst nach Abschluss des notariellen Kaufvertrags geschenkt (BFH, Az. II R 31/03).

Familienkredit
Die Finanzämter müssen die Eigenheimzulage auch dann auszahlen, wenn die Antragsteller sich das notwendige Kapital zinslos von Verwandten geliehen haben (Finanzgericht Düsseldorf, Az. 9 K 4016/01).

Genossenschaft
Als Alternative zur Eigenheimzulage können Interessenten auch Genossenschaftsanteile kaufen und dafür die Förderung bekommen. Sie beträgt dann maximal 1 200 Euro plus 250 Euro pro Kind. Wer das nutzt, muss spätestens im achten Förderjahr selbst in eine genossenschaftliche Wohnung ziehen.

Arbeitslose
Nach einer Verordnung der Bundesregierung, die am 1. Oktober 2005 in Kraft tritt, wird die Eigenheimzulage bei der Berechnung von ALG II nicht mehr als Einkommen berücksichtigt.

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