Eigenheimzulage Meldung

Viele Bauherren und Käufer müssen jetzt genau rechnen, um sich die Eigenheimzulage zu sichern.

Der Schnitt war deutlich: Seit Anfang des Jahres sind die Einkommensgrenzen für die Eigenheimzulage herabgesetzt. Nur wer unter der Grenze liegt, bekommt für seine Immobilie, die er selbst nutzt, Geld vom Staat. Ein herber Schlag für viele Besserverdienende.

Vielleicht rettet aber schon folgende Regelung das Geld: Die maßgeblichen Einkünfte für die Eigenheimzulage sind niedriger als die Bruttoeinnahmen. Vom jährlichen Brutto geht bei Arbeitnehmern mindestens die Werbungskostenpauschale von 2.000 Mark ab, Selbstständige können ihre Betriebsausgaben abziehen. Und Kapitaleinnahmen werden um den Sparerfreibetrag und die Werbungskostenpauschale gemindert - bei Singles sind das insgesamt 3.100 Mark, bei Ehepaaren 6.200 Mark.

Neu ist seit diesem Jahr aber ein ganz anderer Weg: Die Grenze der Einkünfte lässt sich auch erhöhen. Jedes Kind im Haushalt, für das es Kindergeld oder den Kinderfreibetrag gibt, erhöht die Grenze um 60.000 Mark. Also dürfen Ehepaare mit einem Kind bis zu 380.000 Mark erzielen, Singles bis zu 220.000 Mark. Mit drei Kindern sind es bei Ehepaaren 500.000 Mark, bei Singles 340.000 Mark.

Sind die Einkommenshürden genommen, sollte der Antrag gleich nach dem Einzug gestellt werden. Formulare gibt es beim Finanzamt. Wer sie mithilfe folgender Hinweise durchgeht, schafft das in der Regel allein. Aber Vorsicht vor kniffligen Fällen. "Bei komplizierten Nutzungsverhältnissen ging ohne Konsultation eines Steuerprofis schon manche Förderung verloren", weiß Uwe Rauhöft, Geschäftsführer vom Verband der Neuen Lohnsteuerhilfevereine aus Erfahrung. Seite 1 des Antrags macht kaum Schwierigkeiten. Ehepaare füllen bei gemeinschaftlichem Wohneigentum gemeinsam einen Antrag aus, Lebenspartner müssen zwei Anträge abgeben.

• Zeile 27-30: Aus den Angaben zum Standort der eigenen vier Wände leitet das Finanzamt ab, ob es überhaupt eine Förderung gibt. Die selbst genutzte Wohnung muss sich in Deutschland befinden und zum Dauerwohnen zugelassen sein. Ferienimmobilien oder Wochenendwohnungen werden nicht gefördert.

• Zeile 31-34: Der Zeitpunkt der Fertigstellung oder des Kaufs der Wohnung entscheidet darüber, ab wann Fördergeld fließt. Der Bau gilt als fertig gestellt, wenn er "bewohnbar" ist, das heißt, alle wesentlichen Baumaßnahmen abgeschlossen sind, nur noch geringe Restarbeiten ausstehen. Beim Kauf ist der vertraglich vereinbarte Termin des Übergangs von Nutzen und Lasten der Immobilie ausschlaggebend.

In beiden Fällen entsteht der Anspruch auf Eigenheimzulage erst mit dem Einzug in die eigenen vier Wände. An dieser Stelle lauert auch die Neujahrsfalle. Wer beispielsweise im Dezember ein Haus kauft, aber erst im Januar einzieht, hat das erste der acht Förderjahre unwiederbringlich verloren. Als Unterlagen sind dem Finanzamt zur Verfügung zu stellen: Kaufvertrag oder Bauantrag, Übergabeprotokoll für die Beziehbarkeit. Eine polizeiliche Meldebestätigung ist nicht erforderlich, erleichtert aber den Nachweis.

Zeile 35-37: Wer bereits einmal die volle Förderung erhalten hat, bekommt keine mehr. Bei Ehegatten ist nach zweimaliger Förderung Schluss. Wurde in früheren Jahren wegen eines vorzeitigen Auszugs die Unterstützung aber nicht voll ausgeschöpft, kann die Restförderung beantragt werden. Unterlagen: Förderungsbelege der alten Immobilie, Unterlagen über Verkauf, Vermietung mit genauen Zeitangaben.

In den folgenden Zeilen entscheidet sich, wie viel Geld herauskommt.

• Zeile 40-50: Die Höhe der Anschaffungs- und Herstellungskosten ergibt sich aus dem Kauf- oder Bauvertrag. Belege über Eigenleistungen (Achtung: keine eigenen Arbeitsleistungen) sollten übersichtlich geordnet beiliegen. Der Eigentümer sollte auch der Rechnungsempfänger sein. Hat jemand Material in seinem Auftrag gekauft und bezahlt, reicht in der Regel der eigene Kontoauszug mit der Überweisung des Geldbetrags als Nachweis. Unterlagen: Kaufvertrag, Abrechnung mit dem Baubetrieb, Nachweise über Makler-, Gutachter-, Notar-, Grundbuchgebühren, Belege über Materialkosten. Bei gemischt genutzten Wohnungen sollte der Grundriss beigefügt werden, aus dem die selbst genutzten Flächen hervorgehen.

• Zeile 52-58: Der Einbau von energiesparenden Anlagen in neue Häuser oder Eigentumswohnungen vor dem Einzug wird noch bis Ende 2000 mit einem Ökobonus belohnt. Welche Anlagen das sind, steht auf der Rückseite der Anleitung. Unterlagen: Handwerkerrechnung mit Leistungsnachweis, Wärmebedarfsausweis bei Niedrigenergiehäusern.

• Zeile 64-69: Hier geht es um die Berücksichtigung der Kinder. Nachweise werden in der Regel erst für über 18-jährige Kinder verlangt. Ein Kind muss nicht im gesamten Förderzeitraum zum elterlichen Haushalt gehört haben, um die Zulage zu bekommen. Ehepaare, die für zwei Objekte eine Förderung kassieren, zum Beispiel eine für das eigene Haus und eine zweite für die unentgeltliche Überlassung einer Wohnung an einen Angehörigen, können die Kinderzulage doppelt erhalten, wenn jeder von ihnen Alleineigentümer einer der Immobilien ist. Unterlagen: aktueller Kindergeldbescheid, Studien- oder Ausbildungsbescheinigung.

• Zeile 72: Hier wird es heikel, denn hier sind die Einkünfte einzutragen. Übersteigt der addierte Gesamtbetrag der Einkünfte im Erstjahr der Förderung und im Jahr davor 160.000 Mark bei Alleinstehenden oder 320.000 Mark bei Ehepaaren, gibt es nichts. Pro Kind und Jahr erhöht sich der Grenzwert um 30.000 Mark. Über das "Ja" oder "Nein" des Finanzamts entscheidet eine einzige Mark mehr oder weniger. Unterlagen: Steuerbescheid vom Vorjahr, aktuelle Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Rentenbescheid. Bei Selbstständigen reichen für das laufende Jahr Angaben über voraussichtliche Einkünfte. Das Finanzamt überprüft in der späteren Steuererklärung die tatsächlichen Einkünfte und stellt so jede Grenzüberschreitung fest.

• Zeile 75: Die Fragen beziehen sich auf nicht rückzahlbare Zuschüsse, die Sie bereits erhalten haben (zum Beispiel Gelder für den Denkmalschutz oder Baukostenzuschüsse des Landes). Öffentliche Zuschüsse zu Anschaffungs- und Herstellungskosten oder energiesparenden Maßnahmen mindern die Bemessungsgrundlage für die Förderbeiträge. Um Ärger zu vermeiden, sollten Sie alle Zuschüsse auflisten. Förderkredite brauchen Sie aber nicht anzugeben.

Gibt das Amt sein O. K., fließt spätestens fünf Monate nach Eingang des Antrags Geld. In den sieben Jahren danach rollt der Rubel immer am 15. März.

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