Peter B. aus Münster: Das Finanzamt hat die Kinderzulage für mein Eigenheim für dieses Jahr komplett gestrichen, weil mein 20 Jahre alter Sohn im April seine Ausbildung beendet hat und ich seitdem kein Kindergeld mehr erhalte. Muss ich die Kinderzulage nicht so wie das Kindergeld wenigstens noch für die Ausbildungsmonate bekommen?

Finanztest: Nicht nur das: Das Finanzamt darf die Kinderzulage von 1.500 Mark für das Jahr, in dem Ihr Sohn noch in Ausbildung war, gar nicht streichen. Auch wenn die Lehre, das Studium, die Schule oder eine andere Ausbildung nur ein paar Monate gedauert hat, muss es die Kinderzulage voll auszahlen. Es reicht, wenn Sie zumindest zeitweise noch Kindergeld erhalten haben.

Das müssen Sie Ihrem Finanzbeamten im Zweifel aber erst einmal klarmachen. Im Eigenheimzulagengesetz selbst kann er das leider nicht nachlesen. In Paragraph 9 Absatz 5, wo die Kinderzulage geregelt ist, steht dazu nichts. Das Bundesfinanzministerium hat jedoch im Schreiben zum Eigenheimzulagengesetz vom 10. Februar 1998 ganz klar gesagt, dass die Kinderzulage selbst dann in voller Höhe gezahlt wird, wenn Eltern nur einen Monat im Jahr Anspruch auf Kindergeld hatten. Deshalb gibt es die vollen 1.500 Mark zum Beispiel auch für Kinder, die erst während des Jahres auf die Welt kommen.

Nur wenn Sie in diesem Jahr erst in Ihr Eigenheim eingezogen sind, kann die Sache anders aussehen. Hatten Sie am Einzugstag bereits keinen Anspruch auf Kindergeld mehr, erhalten Sie die Kinderzulage nicht. Fällt das Kindergeld dagegen erst danach weg, muss das Finanzamt die 1.500 Mark zum letzten Mal voll auszahlen. Am besten ist, wenn Sie den Sachbearbeiter auf die Randzahl 84 des im Bundessteuerblatt 1998, Teil I Seite 190 veröffentlichen BMF-Schreibens hinweisen.

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