Eigenheimförderung Meldung

Für ihr neu gebautes Haus erhalten Eigentümer künftig eine niedrigere Zulage. Wer keine ­Kinder hat, bekommt maximal 10 000 Euro.

Die Eigenheimzulage gibt es weiter. Doch vor allem für ­Neubauten gibt es weniger Geld vom Staat. So viel bringt die neue Förderung Käufern und Bauherren.

Der Plan der Bundesregierung, die Eigenheimzulage abzuschaffen, ist vorerst am Einspruch des Bundesrats gescheitert. Nach dem Steuerkompromiss im Vermittlungsausschuss können die meisten Bauherren und Wohnungskäufer auch im Jahr 2004 mit staatlicher Unterstützung rechnen. Die Zulagen fließen aber nicht mehr so üppig wie früher. Rund 30 Prozent weniger als bisher will der Bund ausgeben.

Die Kürzung trifft aber nicht alle neuen Wohneigentümer gleichermaßen. Die meisten Familien mit Kindern, die eine gebrauchte Immobilie kaufen, erhalten jetzt sogar eine etwas höhere Förderung als zuvor. Kinderlose Bauherren und Käufer neuer Wohnungen müssen sich dagegen mit rund der Hälfte der alten Zulage begnügen.

Andere bekommen gar nichts, weil sie zu viel verdienen oder nur ihr Dachgeschoss ausbauen. Für Ausbauten und Erweiterungen bestehender Wohnungen gibt es keine Zulagen mehr.

Gleiche Zulage für Alt und Neu

Neu- und Altbauten fördert der Staat künftig gleich. Die Grundzulage beträgt bis zu acht Jahre lang jeweils 1 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten, höchstens aber 1 250 Euro pro Jahr. Das entspricht fast dem Höchstbetrag der bisherigen Altbauförderung (1 278 Euro), aber nur der Hälfte der alten Neubauzulage (2 556 Euro).

Zu der Grundzulage kommen jährlich 800 Euro (bisher 767 Euro) für jedes Kind hinzu, für das der Eigentümer Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhält. Eine Familie mit zwei Kindern kann daher mit jährlichen Zulagen bis zu 2 850 Euro rechnen. Das sind 22 800 Euro innerhalb des achtjährigen Förderzeitraums (siehe Tabelle „Acht Jahre lang Zuschuss“).

Kleine Wohnung – kleine Zulage

Die Käufer kleiner und billiger Wohnungen bekommen weniger Zulage. Nach der alten Regelung erhielten sie die volle Förderung, wenn die Wohnung wenigstens 51 120 Euro gekostet hat. Künftig gibt es den Höchstbetrag erst bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten ab 125 000 Euro.

Zu den geförderten Anschaffungskosten zählen jetzt aber auch Instandsetzungs- und Modernisierungskosten in den zwei Jahren nach dem Kauf. Solche nachträglichen Kosten erhöhen die Förderung immer dann, wenn das Haus oder die Wohnung mit Nebenkosten weniger als 125 000 Euro gekostet hat.

Niedrigere Einkommensgrenzen

Um die Zulage zu erhalten, dürfen Eigentümer nicht mehr so viel verdienen wie früher. Entscheidend sind wie bisher die Einkünfte in einem Zeitraum von zwei Jahren: im Jahr der Fertigstellung oder Anschaffung der Immobilie und im Jahr zuvor. Zu den Einkünften zählen alle Bruttoeinnahmen abzüglich der Werbungskosten oder der Betriebsausgaben.

  • Alleinstehenden sind in den beiden Jahren zusammen höchstens 70 000 Euro (bisher 81 807 Euro) erlaubt.
  • Ehepaare dürfen in den zwei Jahren maximal Einkünfte von 140 000 Euro (früher 163 614 Euro) haben.
  • Für jedes Kind steigt die Grenze um 30 000 Euro (früher 30 678 Euro).

Bauherren und Käufer, deren Einkünfte anfangs zu hoch sind, können aber wie bisher später noch an die Zulagen kommen. Sind ihre Einkünfte zum Beispiel im ersten und zweiten Jahr nach dem Kauf niedrig genug, erhalten sie die Förderung noch für sechs Jahre.

Verluste zählen nicht mehr mit

Außerdem haben sie die Möglichkeit, ihre Einkünfte durch Werbungskosten oder Betriebsausgaben gezielt zu drücken. Sie können zum Beispiel Computer und Fachliteratur für die Arbeit kaufen oder Geld für berufliche Fortbildungen ausgeben. Selbstständige können ihre Büroräume renovieren oder für den späteren Kauf eines Firmenwagens eine Ansparabschreibung beantragen.

Allerdings gibt es jetzt eine wichtige Einschränkung: Verluste, etwa aus einer vermieteten Eigentumswohnung oder einer selbstständigen Nebentätigkeit, kann der Eigentümer nicht mehr von seinen sonstigen Einkünften abziehen. Damit entfällt auch die Chance, die Einkünfte zum Beispiel durch Zeichnung von Anteilen an einem geschlossenen Fonds mit steuerlichen Anfangsverlusten unter die Grenze zu senken.

Keine getrennte Abrechnung

Eine weitere Neuerung wird manchen Ehepaaren den Weg zur Zulage versperren. Waren ihre gemeinsamen Einkünfte zu hoch, konnten sie bislang die Förderung oft noch retten, indem sie sich vorübergehend getrennt zur Einkommensteuer veranlagen ließen. Dann reichte es, wenn einer von beiden mit seinem Verdienst unter der Einkommensgrenze für Alleinstehende lag, um die Zulage zu erhalten.

Diese Strategie funktioniert jetzt nicht mehr. Für die Eigenheimzulage zählt das Finanzamt die Einkünfte beider Ehegatten stets zusammen, auch wenn sie zur Einkommensteuer getrennt veranlagt werden.

Neue Regeln für Genossen

Auch den Kauf von Anteilen an Wohnungsbaugenossenschaften fördert der Staat jetzt anders. Mitglieder einer Genossenschaft müssen künftig spätestens im letzten Jahr des achtjährigen Förderzeitraums in eine Genossenschaftswohnung einziehen. Für eine reine Kapitalanlage gibt es keine Zulagen mehr.

Für die Förderung müssen sie für wenigstens 5 000 Euro (vorher 5 120 Euro) Anteile an der Genossenschaft kaufen. 3 Prozent ihrer Einlage erhalten sie als Grundzulage – aber höchstens 1 200 ­Euro (bisher 1 227 Euro) pro Jahr. Dazu kommt eine Kinderzulage von jährlich 250 Euro (bisher 256 Euro) pro Kind.

31. Dezember 2003 war Stichtag

Letzter Tag für die alte Regelung war der 31. Dezember 2003. Wer für seine Immobilie bis dahin den Bauantrag gestellt oder den notariellen Kaufvertrag abgeschlossen hatte, erhält die Eigenheimzulage für den gesamten Förderzeitraum noch nach dem alten Recht. Das gilt auch dann, wenn er die Wohnung erst in diesem Jahr oder später selbst nutzt. Für alle anderen gilt die Eigenheimzulage nach neuem Recht.

Wer sich die Zulage in aller Ruhe sichern will, sollte seine Eigenheimpläne nicht auf die lange Bank schieben. Ob es die Förderung auch im nächsten Jahr noch geben wird, ist nämlich keineswegs sicher. Keine drei Wochen nach dem Kompromiss im Vermittlungsausschuss ging die politische Diskussion um eine Abschaffung der Zulage von neuem los. Derzeit wird kaum jemand die Hand dafür ins Feuer legen, dass die Eigenheimzulage die nächste Runde des Subventionsabbaus übersteht.

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