Eigenheimfinanzierung Test

Niedrige Zinsen und eine hohe staatliche Förderung machen Wohn-Riester-Angebote zur idealen Finanzierung fürs Eigenheim. Die Angebote der Bausparkassen schneiden im Test unerwartet gut ab, besser als die Riester-Darlehen der Banken.

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Bausparkassen überraschen

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Testsieger sind die Wohn-Riester-Kredite der Bausparkassen Schwäbisch Hall und der Landesbausparkassen Baden-Württemberg, Bayern und West. Sie verlangten für die Kombination aus Bausparvertrag und tilgungsfreiem Darlehen mit zirka 20 Jahren Laufzeit Effektivzinsen von nur 4,26 bis 4,41 Prozent. Das ist eine Überraschung. Denn in den vergangenen Jahren war dieses Finanzierungsmodell teuer. Allerdings profitieren von diesen Bausparangeboten nur Bauherren mit genügend Eigenkapital. Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises und die Nebenkosten müssen die Kunden aus eigener Tasche aufbringen.

13 000 Euro Riester-Zulage

Der Untersuchung haben die Tester ein Modell-Ehepaar mit zwei vor 2008 geborenen Kindern zu Grunde gelegt, das sich ein Einfamilienhaus für 200 000 Euro kauft. 40 000 Euro bringt die Familie selbst auf. Sie benötigt einen Kredit in Höhe von 160 000 Euro. Finanziert das Ehepaar die Summe mit Riester-Krediten, erhält es jährlich 308 Euro Grundzulagen und 370 Euro Kinderzulagen. Innerhalb der Kreditlaufzeit von gut 20 Jahren summieren sich die Riester-Zulagen auf insgesamt rund 13 000 Euro. Dazu kommen bei einem gemeinsamen Bruttoeinkommen von 60 000 Euro im Jahr noch zirka 15 000 Euro an Steuerersparnis. Dazu kommen viele tausend Euro Zinsersparnis, weil die Familie die Kredite durch die Förderung schneller abzahlt. Wie sich Wohn-Riester für andere lohnt, finden Sie in der Tabelle Modellfälle.

Bausparvertrag mit tilgungsfreiem Darlehen

Bei den günstigen Kombikrediten schließt der Kunde einen Bausparvertrag mit einer Bausparsumme in Höhe seines Kreditbedarfs ab. Mit dem tilgungsfreien Darlehen streckt die Bausparkasse die Bausparsumme vor, und zwar so lange bis der Bausparer ein Mindestguthaben von beispielsweise 40 Prozent angespart hat und der Bausparvertrag zugeteilt wird. Dann bekommt er sein Guthaben und ein Bauspardarlehen ausgezahlt. Bis zur Zuteilung zahlt der Kunde die Sparraten für den Bausparvertrag und die Zinsen für das Vorausdarlehen. Wird der Bausparvertrag zugeteilt, löst er das Vorausdarlehen mit dem Guthaben und dem Bauspardarlehen ab. Dann zahlt er die Raten für das Bauspardarlehen. Der Zinssatz ist in der Regel für beide Phasen festgelegt.

Riester-Darlehen mit direkter Tilgung

Die meisten Institute bieten die einfachere Variante an: Alle Banken im Test und zwei Bausparkassen bieten Riester-Darlehen mit direkter Tilgung (Annuitätendarlehen) und einer Zinsbindung von 10, 15 oder 20 Jahren an. Von herkömmlichen Darlehen unterscheidet es sich nur durch die staatliche Förderung. Das beste Riester-Darlehen mit direkter Tilgung und einer vergleichbaren Zinsbindung von 20 Jahren bot die Allianz mit einem Effektivzins von 4,75 Prozent. Das war günstiger als die meisten ungeförderten Bankdarlehen, aber deutlich teurer als die besten Bauspar-Kombikredite. Doch längst nicht alle Riester-Darlehen sind günstig. Die meisten Angebote im Test waren teurer als ein durchschnittlicher Kredit ohne Förderung.

Wohn-Riester gibts nur für eigene Immobilie

Mehrere Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Kunden die Wohn-Riester-Förderung erhalten: Die Finanzierung muss in eine selbstgenutzte Immobilie fließen. Sie muss so angelegt sein, dass der Kredit spätestens bis zum 68. Lebensjahr getilgt ist. Jeder Ehepartner muss einen eigenen Kreditvertrag abschließen, um die Förderung auszuschöpfen. Und schließlich werden nur Verträge gefördert, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zertifiziert sind.

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