Kreditverkauf - nein danke

Einige Banken garantieren ihren Kunden, den Kredit nicht an andere Banken und Finanzinvestoren zu verkaufen.

Viele Kreditnehmer sind verunsichert: In den letzten Jahren haben Banken Immobilienkredite in Milliardenhöhe an ausländische Finanzinvestoren verkauft – vorwiegend Problemkredite, aber auch Darlehen von Kunden, die ihre Raten immer pünktlich gezahlt haben.

Die Käufer der Kredite haben in der ­Regel kein Interesse daran, das Darlehen langfristig fortzusetzen. Sie wollen die gekaufte Kreditforderung möglichst schnell und mit Gewinn verwerten (siehe Steueränderungen 2008).

Sie stehen im Ruf, schon bei geringen Zahlungsrückständen Kredite zu kündigen und Zwangsversteigerungen einzuleiten. Selbst bei vertragstreuen Kunden soll es schon zu Zwangsvollstreckungen gekommen sein.

Den besten Schutz bietet ein Abtretungsverbot im Kreditvertrag. Vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken verzichten verbindlich auf einen Kreditverkauf (siehe Tabelle „Die Kreditangebote im Überblick: Bedingungen und Extras“, letzte Spalte). Auch Postbank und Dresdner Bank sichern das ihren Kunden auf Wunsch zu. Kredite mit Abtretungsverbot gibt es auch bei Vermittlern. Mitunter gilt das Verbot aber nur, solange der Kunde die Raten pünktlich bezahlt, etwa bei der Münchener Hypothekenbank.

Die Commerzbank will in Kürze „abtretungssichere“ Kredite gegen Zinsaufschlag anbieten. Einen Aufschlag verlangen bislang nur wenige, die Gladbacher Bank zum Beispiel 0,05 Prozentpunkte.

Fast die Hälfte der befragten Institute lässt sich nicht auf ein Abtretungsverbot ein. Viele holen sich bereits im Kreditvertrag die Zustimmung zu einem späteren Kreditverkauf ein. Wer solche Klauseln nicht unterschreiben will, muss damit rechnen, dass ihm günstige Angebote durch die Lappen gehen.

Kunden können sich wehren

Auch ohne Abtretungsverbot sind Kreditnehmer einem neuen Gläubiger nicht schutzlos ausgeliefert. Der muss sich genauso an den Kreditvertrag halten wie die alte Bank. Gegen willkürliche Kün­digungen und Zwangsversteigerungen können sich Kreditnehmer mit rechtlichen Mitteln wehren.

Die Bundesregierung will noch im Frühjahr ein Gesetz verabschieden, das Hauseigentümer besser vor Kreditverkäufen schützt. Ein vertragliches Abtretungsverbot ist dann vielleicht nicht mehr nötig.

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