Eigenheimfinanzierung: Geld vom Staat

Eigenheimfinanzierung Test

Für die Zwillinge Edda Sophie und Vincent Elias zahlt der Staat acht Jahre lang 1 600 Euro Kinderzulage im Jahr.

Noch gibt es die Eigenheimzulage weiter. Und oft können Bauherren weitere Förderquellen anzapfen.

Bettina und Guido Seebeck können damit rechnen, dass sie für sich und ihre Zwillinge 22 800 Euro Eigenheimzulage bekommen, wenn sie noch in diesem Jahr ihre Wohnung kaufen.

Zweimal hat die Bundesregierung versucht, die Zulage abzuschaffen – zweimal ist sie am Veto des Bundesrats gescheitert. Zuletzt hat der Vermittlungsausschuss die Entscheidung über die Förderung auf unbestimmte Zeit vertagt.

Wer bis Ende des Jahres den Kaufvertrag abschließt oder den Bauantrag stellt, ­si­chert sich wohl in jedem Fall noch die Zulage für volle acht Jahre.

Seit 2004 erhalten Käufer und Bauherren von Eigenheimen bis zu acht Jahre lang eine Grundzulage von jeweils 1 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten, höchstens aber 1 250 Euro im Jahr (siehe Tabelle: Zuschuss zum Heim). Dazu kommt eine jährliche Kinderzulage in Höhe von 800 Euro pro Kind, für das der Eigentümer Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhält.

Die Zulage bekommen aber nur Eigentümer, die nicht zu viel verdienen. Entscheidend sind die Einkünfte im Jahr der Anschaffung oder Fertigstellung der Wohnung und die im Vorjahr.

„Einkünfte“ sind Bruttoeinnahmen ­minus Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Alleinstehende dürfen in beiden Jahren zusammen Einkünfte bis zu 70 000 Euro haben. Für Ehepaare liegt der Betrag bei 140 000 Euro. Für jedes Kind erhöhen sich diese Grenzen um 30 000 ­Euro.

Billige Darlehen von der KfW

Unabhängig vom Einkommen gibt es die Darlehen der staatlichen KfW-Förderbank. Für den Bau oder Kauf eines Eigenheims vergibt sie Kredite bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten, die im Schnitt etwa 0,25 Prozentpunkte billiger sind als vergleichbare Bankkredite. Für Energiesparhäuser gibt es sogar ein Extradarlehen zum Effektivzins unter 3 Prozent.

Außerdem fördert die KfW Maßnahmen zur Instandhaltung, Modernisierung und Energieeinsparung. Je umweltfreundlicher das Bauvorhaben, desto günstiger der Zinssatz.

Länderförderung

Trotz leerer Haushaltskassen fördern auch die meisten Bundesländer noch immer den Bau, Kauf oder die Modernisierung von Eigenheimen mit zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen. Die Hürden sind allerdings hoch: Für fast alle Förderprogramme gelten Einkommensgrenzen. Gefördert werden oft nur Familien mit Kindern. Und wenn die Mittel eines Jahres ausgeschöpft sind, gehen neue Antragsteller leer aus.

Am besten erkundigen sich Bauherren vor Ort über die aktuellen Länderprogramme. Zuständig ist in der Regel die Gemeinde- oder Kreisverwaltung.

Sanierungsobjekte

Wer ein unter Denkmalschutz stehendes Haus oder ein Gebäude in einem Sanierungsgebiet saniert, erhält eine attraktive Steuerförderung: Zehn Jahre lang erkennt das Finanzamt jeweils 9 Prozent der Sanierungskosten als Sonderausgaben an.

Kostet die Sanierung 50 000 Euro, spart der Eigentümer bei einem Steuersatz von 35 Prozent 1 575 Euro Steuern im Jahr. Die Arbeiten dürfen aber erst nach Abschluss des Kaufvertrags beginnen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3443 Nutzer finden das hilfreich.