Eigenheim übertragen

Unser Rat

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Inhalt

Notar. Lassen Sie sich vom Notar beraten, wie Sie die Übergabe Ihres Hauses an Ihr Kind am besten gestalten. Soll das beschenkte Kind Bedingungen erfüllen? Etwa Geld an Sie oder an seine Geschwister zahlen? Wollen Sie verhindern, dass das Kind das Haus weiterverkauft? Der Notar muss den Übergabevertrag beurkunden.

Grundbuch. Wenn Sie weiter in dem Haus leben wollen, sollte Ihr Wohnrecht im Grundbuch eingetragen werden. Der Notar kann das in Ihrem Auftrag erledigen. Im Idealfall liegt Ihr Wohnrecht in der Grundbuch-Rangfolge nicht hinter einer Grundschuld oder Hypothek. Sonst können Sie das Recht, in dem Haus lebenslang wohnen zu dürfen, verlieren.

Nutzung. Listen Sie im Übergabevertrag auf, welche Räume Sie nutzen dürfen. So gibt es keinen Streit, wenn das beschenkte Kind als Eigentümer mit im Haus wohnt.

Rückübertragung. Sie können sicherstellen, dass Ihre Immobilie nicht in fremde Hände gerät. Dazu müssen Sie im Vertrag ein Recht auf Rückübertragung vereinbaren. Sie können die Rückgabe zum Beispiel für den Fall regeln, dass Ihr Kind das Haus verkaufen will, dass das Haus wegen Schulden Ihres Kindes versteigert wird oder dass Ihr Kind vor Ihnen stirbt. Dieses Recht sollte im Grundbuch eingetragen und durch Vormerkung gesichert sein.

Anrechnung. Wenn Sie das Grundstück an eins von mehreren Kindern übertragen, können Sie vereinbaren, dass das Geschenk beim Beschenkten im Erbfall ­angerechnet wird. Die übrigen Kinder sollten im Vertrag einen Verzicht auf ihren Pflichtteil bezogen auf das Grundstück erklären. So muss das Haus im Erbfall nicht zur Erfüllung von Pflichtteilsansprüchen verkauft werden. Der Pflichtteilsverzicht muss notariell beurkundet werden.

Sozialamt. Die Angst vor dem Zugriff des Sozialamts auf das Haus ist kein guter Grund für eine Hausübertragung. Das Sozialamt kann eine Schenkung rückgängig machen, wenn der Schenker später verarmt. Ausnahme: Die Schenkung liegt vom Zeitpunkt des Sozialhilfeantrags länger als zehn Jahre zurück.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 09.03.2021 um 12:17 Uhr
Bedingungen der Übergabe

@EG92: In einem Übergabevertrag kann der Übergebende sehr viel regeln. Ob und wie das von Ihnen beschriebene Ziel (Ehevertrag im Falle einer Eheschließung) dem Übernehmenden als Pflicht wirksam aufgegeben werden kann, sollten Sie ausführlich mit Ihrem Notar besprechen. (TK)

EG92 am 08.03.2021 um 08:19 Uhr
Bedingungen der Übergabe

Guten Tag,
mich würde interessieren, ob der Übergebende dem Übernehmenden auch vorschreiben kann, bei einer eventuellen Eheschließung, einen Ehevertrag zu machen, um das zu übergebende Grundstück samt Haus im alleinigen Besitz des Übernehmers zu belassen? Wenn ja, ist der Ehepartner auch bei einer gemeinsamen Wertsteigerung (Renovierung, Umbau, etc.) nicht zu involvieren?
Danke

Profilbild Stiftung_Warentest am 01.06.2015 um 15:32 Uhr
Erbe Nießbrauch

@anina100: Die 10-Jahres-Frist spielt dann eine Rolle, wenn ein Kind (etwa Tochter1) beschenkt wurde und sich nach dem Tod des Erblassers zeigt, dass die Geschwister (etwa Tochter2 und Sohn1) enterbt wurden und damit pflichtteilsberechtigt sind. Die Schenkung einer Immobilie wird dann wertmäßig dem Nachlass (ganz oder teilweise, siehe Paragraf 2325 BGB) wieder hinzugerechnet und erhöht somit die Pflichtteile der Enterbten. Das bedeutet auch: zehn Jahre nach der Schenkung erfolgt diese Zurechnung nicht mehr. Die enterbten Kinder profitieren dann also nicht mehr von der Schenkung. So sieht es das Gesetz vor. Im Schenkungsvertrag (mit Tochter1) kann freilich Abweichendes vereinbart werden. In unserem Artikel hatten wir ein Beispiel beschrieben, in dem die vertragliche Regelung so ist, dass die anderen Kinder nicht hinter dem beschenkten Kind zurück stehen müssen. Andere Regelungen sind aber ebenfalls denkbar. (PH)

anina100 am 29.05.2015 um 14:06 Uhr
Erbe Nießbrauch

Guten Tag,
mich würde mal etwas interessieren, dass nirgends erwähnt wird.
Haus an Kind1 übertragen mit Nießbrauchsrecht. Wenn nun Nießbrauchnutzer stirb, was passiert im Erbfall? Muss Kind1 (neuer Eigentümer) mit evtuellen Kind2/ 3... Erbe aufteilen? Auch nach 10 Jahren?
Also erben mögliche weiter Kinder auch an einer Immobilie, selbst wenn Schenkung 10 Jahre zurückliegt?
Danke!!

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.12.2014 um 11:18 Uhr
Wohnrecht im elternlichen Haus

@clyclamen: Dies ist nicht der Ort für eine individuelle Sozialrechtsberatung. Im Ratgeber Eltern versorgen haben wir Fragen und Antworten zu diesem Thema veröffentlicht: www.test.de / Suche / Eltern versorgen. Schenken sich Eltern arm und kommt dann in Folge das Sozialamt für die Kosten der Pflege auf, kann das Sozialamt unter Umständen die Schenkungen rückgängig machen. Reicht das Vermögen der Mutter nicht aus, um die Pflegekosten zu bestreiten, können die Kinder vom Sozialamt belangt werden. Denn Kinder sind zum Unterhalt ihrer Eltern verpflichtet. Aber auch dafür gelten Grenzen. Details zu diesem Thema lesen Sie, wie gesagt, im Spezialheft. (maa)