Eigenheim Meldung

Zuerst nicht geplant, nun stehts aber im Gesetz: Auch Bauherren und Wohnungskäufer können zur Finanzierung der eigenen vier Wände von ihrem Riester-Vertrag profitieren. Das Prinzip: Sie leihen sich aus ihrem angesparten Vermögen einen zinslosen Kredit. Den entnommenen Betrag müssen die Hausbesitzer bis zum Beginn ihrer Rente wieder in einen Altersvorsorgevertrag einzahlen. Und das lohnt sich: Wer auf die Riester-Vorsorge setzt und nicht in einen alternativen Sparplan einzahlt, kann bis zum Eintritt ins Rentenalter auf einen Finanzvorteil von bis zu 33.000 Euro kommen. Finanztest zeigt, wie Bauherren und Wohnungskäufer ihren Riester-Vertrag nutzen können und welche Vertragstypen besonders geeignet sind.

Nichts für Ungeduldige

Leider ist Geduld gefragt: Wer noch in 2002 einen zertifizierten Vorsorgevertrag abschließt, hat frühestens in acht bis zehn Jahren den Mindestentnahmebetrag von 10.000 Euro zusammen. Alle, die eher ins Eigenheim ziehen wollen, müssen ohne das Riester-Konto auskommen. Auch kann der Vorsorgevertrag kaum den gesamten Hausbau finanzieren. Dennoch unterstützt er die Eigenheimfinanzierung sinnvoll.

Vorteile durch Riester-Vertrag

Denn wer einen Teil der Baufinanzierung mit seinem Riester-Vertrag abdeckt, muss sich weniger Geld von der Bank leihen. Dadurch sparen Bauherren Zinszahlungen. Zwar entgehen ihnen durch die Entnahme auch Erträge auf ihrem Vorsorgekonto. Aber meist ist die Zinsersparnis größer als der Zinsverlust auf dem Riester-Konto.

Zulagen nicht verschenken

Das Ansparen per Riester-Vertrag schlägt meist auch andere Methoden zum Aufbau von Eigenkapital, etwa normale Sparpläne. Das liegt schon allein an den Zulagen, die der Staat auf den Riester-Vertrag zahlt. Beispiel: Insgesamt 6.084 Euro erhält ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem Bruttojahreseinkommen von zusammen 50.000 Euro bis zur Entnahme in zwölf Jahren (bei eigenen Einzahlungen von 11.916 Euro).

Nachteil: Hohe Rückzahlungsraten

Einziger Nachteil: Bauherren müssen nicht nur ihre Raten für Hypothekendarlehen zahlen, sondern auch ihr Riester-Konto nach und nach wieder auffüllen. Kritisch wird dies vor allem für Personen, die erst mit 55 oder 60 Jahren Wohneigentum erwerben. Sie haben weniger Zeit ihren Entnahmebetrag zurückzuzahlen - entsprechend hoch sind daher die Raten. Die doppelte Belastung ist allerdings für diejenigen gering, die bis zum 45. Lebensjahr bereits Hausbesitzer sind.

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