Steck­brief Eichen­prozessions­spinner

Familie: Schmetterlinge.

Heimat: Europa, vorwiegend auf Eichen.

Nahrung: Haupt­sächlich Eichenblätter, seltener Buchen- und Ahorn­blätter. Die Raupen können ganze Bäume kahl fressen, so dass zum Teil nur die Blatt­gerippe übrig bleiben.

Die Larven: Die Raupen durch­laufen insgesamt sechs Larven­stadien. Nach jedem Larven­stadium werfen sie ihre alte Haut ab. Ab dem dritten Larven­stadium – meist Anfang Mai – entwickeln sie Brenn­haare mit giftigem Thaumetopein. Mit jedem weiteren Larven­stadium nimmt die Zahl und Länge der Brenn­haare zu. Ende Juli ist das letzte Larven­stadium erreicht. Die Raupen ziehen sich tags­über und zur Häutung in ihre Gespinst­nester zurück, die bis zu einem Meter lang sind und an Stämmen und Astgabeln haften. Gegen Abend machen sich die Raupen in Gruppen von bis zu 30 Individuen prozessions­artig auf Nahrungs­suche. Die Larven werden bis zu 3,5 Zenti­meter lang. Ihr Körper ist über­wiegend bläulich-schwarz, seitlich weiß­lich gefärbt. Er ist dicht besetzt mit weißen Haaren, die sehr leicht abbrechen.

Die Puppen: Ab Ende Juli verpuppen sich die Rauen in Kokons, die sich dicht aneinander­drängen. Diese Puppenruhe währt drei bis fünf Wochen.

Der Schmetterling: Etwa Ende Juli entwickeln sich aus den Puppen Schmetterlingen, die bis in den September während der Nacht­stunden umher­schwärmen. Sie sind etwa 2,5 Zenti­meter groß, haben graubraune bis gelb­graue Vorderflügel und weiß­graue Hinterflügel. Die Weibchen legen im Spätsommer durch­schnitt­lich 150 Eier in läng­lichen Gelegen an Baumkronen von Eichen ab. Daraus entwickeln sich noch im Herbst Jung­raupen, die im Ei über­wintern. Anfang Mai des Folge­jahres schlüpfen sie als Larven.

Natürliche Feinde: Räuberisch lebende Insekten wie Raupenfliegen, Schlupf­wespen oder der Puppenräuber-Käfer, auch Vögel wie der Kuckuck.

Kritisch für den Menschen: Die Brenn­haare enthalten giftiges Thaumetopein, das beim Menschen Beschwerden bis hin zu Atemnot auslösen kann.

Kritisch für die Umwelt: Befallene Eichen können sich zunächst meist gut regenerieren, auch weil sie mehr­fach austreiben. Die Eichen können aber absterben, wenn sie wieder­holt kahl gefressen werden, vorgeschädigt sind oder zusätzlich noch von anderen Schädlingen heimgesucht werden.

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