Die alte Juristenweisheit "Den Bürgen soll man würgen" gilt auch zulasten der Frau, die von ihrem Mann zur Bürgschaft überredet wurde. Sie kann sich gegenüber der Kredit gebenden Bank nicht auf das Haustürwiderrufsgesetz berufen, urteilte das Kammergericht Berlin (Az. 4 U 5118/99).

Der Ehemann, der mit einem Partner eine Firma gründen wollte, bekam von der Bank nur unter der Bedingung einen Kredit, dass er eine Bürgschaft vorweisen konnte. Er suchte daraufhin seine Frau am Arbeitsplatz auf und ließ sie die geforderte Bürgschaftserklärung unterzeichnen. Als die Bank die Frau wegen der Bürgschaft belangen wollte, widerrief sie diese unter Hinweis auf das Haustürwiderrufsgesetz (HWiG).

Geht nicht, entschied das Kammergericht, denn das Gesetz solle nicht einen Ehegatten vor dem Druck und der Überredungskunst des anderen schützen. Zweck des HWiG ist vielmehr der Schutz der Verbraucher vor den Tricks von Drückern.

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