Beschließen zwei Partner nur wegen der bevorstehenden Geburt eines gemeinsamen Kindes zu heiraten, muss die Frau von sich aus darauf hinweisen, wenn das Kind von einem anderen Mann stammt. Tut sie das nicht, darf ihr Ehemann die Ehe wegen arglistiger Täuschung aufheben lassen, entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe (OLG, Az. 2 UF 93/99).Während der Trennung von seiner Frau hatte der Mann die Vaterschaft des vermeintlich gemeinsamen Kindes angefochten. Ein Gutachten bestätigte dann seine Befürchtungen. Darauf beantragte der Ehemann die Aufhebung der Ehe. Das angerufene Amtsgericht gab dem statt. Die Versuche der Ehefrau, dagegen vorzugehen, scheiterten vor dem OLG.

Die Richter ignorierten die Einwände der Frau, die Heirat sei eine Liebesheirat gewesen. Denn der Mann habe mehrfach deutlich gemacht, dass erst geheiratet werde, wenn ein Kind unterwegs sei. Wegen der erfolgreichen Aufhebung der Ehe ist eine Scheidung nun nicht mehr erforderlich.

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