Honig ist besser geworden, wir haben keine Schadstoffe mehr gefunden.

Wenn Produkte besser werden, freut sich der Tester. Umso mehr, wenn die Testergebnisse vergangener Jahre offenbar dazu beigetragen haben wie jetzt beim Honig. In früheren Untersuchungen (Test Honig 10/1999 - online nicht mehr verfügbar - und Test Honig 4/2004) fanden wir immer wieder Rückstände, zum Beispiel von Bienenarzneimitteln gegen Milben oder von Bee Repellents. Mit diesen Abwehrmitteln vertreibt der Imker die Bienen aus den Waben, um schneller an den Honig zu kommen. Auch Pflanzenschutzmittel und Schadstoffe aus dem Dichtungsmaterial der Gläserdeckel sowie hohe Eisengehalte stellten wir damals fest. Die gelangen in den Honig, wenn er zum Beispiel in ungeeigneten Metallfässern transportiert wird.

Die Hersteller haben reagiert: Im aktuellen Test fanden wir keine Schadstoffe mehr – und auch keine gentechnisch veränderten Pollen, wie schon in den Vortests nicht. Wenn im Flugumfeld der Bienen gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, ist es möglich, dass sie auch dort Nektar sammeln. Je Honigmarke haben wir drei Gläser mit aktuellen Analy­semethoden untersuchen lassen, sind aber weder bei Raps, noch bei Soja oder Mais fündig geworden. Nach einem fast parallel veröffentlichten Test der Zeitschrift Ökotest enthielt fast die Hälfte der dort getesteten Honige Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen. Wie erklärt sich das abweichende Ergebnis? Es liegt einmal an der unterschiedlichen Auswahl der Produkte. Wir haben die 35 überregional wichtigsten Honige in den Test einbezogen. Da 80 Prozent des Honigs importiert werden und deutsche Marken eher regionale Bedeutung haben, sind das vor allem Import­honige. Acht dieser Honige hat auch Ökotest untersucht und bei fünf davon Pollen gentechnisch ver­än­derter Pflanzen gefunden. Das abweichende Ergebnis kann außerdem an unterschiedlichen Chargen liegen. Da Ökotest das Mindesthaltbarkeitsdatum der Honige nicht angibt, lässt sich das aber nicht nachvollziehen. Auch die gemessenen Werte werden nicht genannt. Wie auch immer: Honig enthält nur 0,1 bis 0,5 Prozent Pollen. Die Toleranzgrenze von 0,9 Prozent, ab der gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu kenn­zeichnen sind, wird also nie erreicht. Dabei handelt es sich bei den Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen laut Definition gar nicht um GVO. GVO können sich nämlich vermehren, die Pollen im Honig können das nicht.

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