Edelstahl-Fritteuse von Lidl Schnelltest

Der Discounter Lidl hat seit Donnerstag eine Edelstahl-Fritteuse für 39,99 Euro im Angebot. Ob das Gerät Pommes frites ordentlich zubereitet, zeigt der Schnelltest.

Hoher Bedienkomfort

Die „Edelstahl“-Fritteuse von Lidl besteht vorwiegend aus Kunststoff. Einzig der Deckel besitzt eine Verkleidung aus Edelstahl sowie ein Sichtfenster aus Glas. Das Bedienen der Fritteuse ist sehr komfortabel: Der Drahtkorb lässt sich bei geschlossenem Deckel absenken und anheben. Dadurch kann das Frittiergut abtropfen, ohne dass gleich die gesamte Küche nach Fett riecht. Diesen Komfort besitzen meist nur teure Markengeräte. Ebenso praktisch: Der Frittierkorb und der Edelstahltopf für das Öl lassen sich nach Gebrauch leicht entnehmen und in der Spülmaschine reinigen. Der Frittiertopf besitzt eine tiefe Mulde, in die Krümel und kleine Lebensmittelreste absinken können. Dadurch gelangen sie nicht an die Heizstäbe und verbrennen dort. Das ist ein Vorteil, wenn das Gerät nicht nur einmal, sondern kurz hintereinander größere Mengen zubereiten soll. Der Deckel lässt sich per Knopfdruck öffnen, auch ein Timer ist vorhanden.

Gute Skalierung

Damit beim Frittieren nicht zu hohe Mengen des Schadstoffs Acrylamid entstehen, sollten Pommes frites und andere stärkehaltige Lebensmittel nicht zu stark erhitzt werden. Der Richtwert für eine acrylamidarme Zubereitung liegt bei 170 Grad Celsius. Das Lidl-Gerät weist in der Gebrauchsanweisung darauf hin. Ebenso ist die Temperatur von 170 Grad Celsius in der Temperaturskala rot dargestellt. Wer bei höheren oder niedrigeren Temperaturen frittieren möchte, findet am Temperatur-Drehknopf zusätzlich noch die Werte 130, 150 und 190 Grad Celsius.

Zu heiß

Hinweise in der Gebrauchsanweisung für acrylamidarme Zubereitung und eine rote Markierung am Temperaturregler nützen jedoch nicht viel, denn das Lidl-Gerät frittiert Speisen deutlich heißer als die eingestellten 170 Grad. Ins Testlabor kamen drei Geräte der Lidl-Fritteuse. Bei allen waren die Temperaturen höher. Während die Abweichung bei einem Gerät mit 8 Grad Celsius noch hinnehmbar war, lagen sie bei den anderen bei 12 und knapp 23 Grad Celsius. Das ist deutlich zu viel. Im Vergleichstest hätte es für diesen Prüfpunkt ein „mangelhaft“ gegeben.

Finger weg

Kritik gabs von den Testern auch für die Sicherheit. Zwar werden die Kunststoffgriffe und auch das Kunststoffgehäuse nicht zu heiß, wohl aber der Deckel aus Edelstahl und das Sichtfenster. Ein „Cool-Touch“-Gehäuse, wie in der Lidl-Werbung und auf der Verpackung angegeben, ist dies keinesfalls: Wer nicht aufpasst, kann sich an Deckel und Sichtfenster leicht die Finger verbrennen. Die Gefahr besteht vor allem, wenn der heiße Deckel wieder geschlossen wird. Denn dazu muss direkt auf ihn gefasst werden. Weiterer Nachteil des Sichtfensters: Es beschlägt während des Frittierens und ist daher eigentlich nutzlos.

Knusprige Pommes frites

Im Vergleich zu vielen anderen Fritteusen benötigt das Lidl-Gerät mit maximal 3 Litern viel Öl. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen: An den Pommes frites hatten die Tester nichts auszusetzen. Sie waren gleichmäßig gebräunt und knusprig - selbst noch bei der maximalen Menge von 550 Gramm.

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