Edelstahl-Fritteuse von Lidl Zu heiß und unpraktisch

12.06.2007
Edelstahl-Fritteuse von Lidl - Zu heiß und unpraktisch

Pommes frites gehören nach wie vor zu den Lieblingsspeisen - trotz Schreckensmeldungen über Acrylamid und des Trends zu gesunder, fettreduzierter Ernährung. Bei der Zubereitung mit einer Fritteuse ist die Acrylamidgefahr meist geringer als bei Pommes aus dem Backofen. Allerdings nur, wenn sich die Temperatur genau einstellen lässt. Derzeit hat Lidl eine Edelstahl-Fritteuse für 29,99 Euro im Angebot. Der Schnelltest zeigt, ob das Gerät überzeugt.

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Vorsicht Acrylamid

Der Schadstoff Acrylamid entsteht, wenn Stärkehaltiges hoch erhitzt wird, etwa beim Frittieren von Pommes frites, denn Kartoffeln enthalten Stärke. Im Tierversuch wirkt Acrylamid krebserregend und erbgutschädigend, beim Menschen womöglich auch. Es gilt also, möglichst wenig von diesem Schadstoff aufzunehmen. Beim Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln entsteht ab einer Temperatur von 175 Grad Celsius sprunghaft mehr Acrylamid. Um ganz sicher zu gehen, rät die Stiftung Warentest daher, bei der Zubereitung zum Beispiel von Pommes frites, die Fritteuse nur auf 170 Grad einzustellen.

Ungenaue Einstellung

Bei der bifinett-Fritteuse von Lidl lässt sich die Temperatur stufenlos einstellen. Zur Orientierung gibt es am Drehknopf mehrere Skalierungen. Im oberen Bereich sind das 160, 175 und der Maximalwert von 190 Grad. Der Nachteil: Für Werte dazwischen können Benutzer die Temperatur nur ungefähr einstellen. Das ist unpraktisch. Der Hersteller empfiehlt in der Bedienungsanleitung beispielsweise, tiefgekühlte Pommes frites bei 170 Grad zu frittieren. Doch da dieser Wert nicht auf der Skala steht, müssen Nutzer nach Gutdünken einstellen.

Zu hohe Temperatur

Um auf die gewünschte Temperatur zu kommen, heizen Fritteusen in Zeitintervallen auf und kühlen wieder ab. Aus diesen Maximal- und Minimalwerten ergibt sich dann im Mittel die eingestellte Temperatur. Die Tester überprüften dies für den eingestellten Wert von 175 Grad Celsius. Ergebnis: Das Fett in der bifinett-Fritteuse wird zu heiß. Im Mittel waren es 184 Grad - also fast 10 Grad mehr als gewünscht. Maximal erreichte das Öl sogar Werte von mehr als 190 Grad. Und selbst der Minimalwert lag mit etwa 176 Grad Celsius noch über der gewünschten Temperatur von 175 Grad. Dadurch steigt das Risiko einer erhöhten Acrylamidbildung. Im letzten Fritteusen-Test wäre das Lidl-Gerät daher abgewertet worden.

Unpraktisch zu bedienen

Die Tester bemängelten beim Lidl-Gerät auch die Handhabung. Der Deckel der Fritteuse liegt lose auf und lässt sich nicht wie bei anderen Geräten nach hinten klappen. Nach dem Öffnen des Gerätes muss er also irgendwo in der Küche abgelegt werden. Da der Edelstahldeckel aber heiß wird, geht das nicht überall. Zudem kann Kondenswasser heruntertropfen. Besonders unschön: Mit geschlossenem Deckel kann der Frittierkorb nicht abgesenkt oder zum Abtropfen der fertigen Pommes frites angehoben werden. Zwar funktioniert Frittieren nie ganz ohne Gerüche, doch ohne Deckel kann es in der Küche schnell wie in einer Imbissbude riechen. Das herausnehmbare Frittiergefäß ist zwar praktisch, hat aber keine Tülle, um altes Öl auszugießen. Durch den breiten Rand wird das Umfüllen eine schmierige Angelegenheit.

Sicher frittieren

An der Sicherheit des Gerätes hatten die Tester nichts auszusetzen. Die Kunststoffgriffe werden auch während des Frittierens nicht zu heiß - Verbrennungsgefahr besteht hier nicht. Der Griff am Deckel ist zudem recht groß. Gefahr, an das Sichtfenster im Deckel zu kommen, besteht kaum. Ratsam ist dies nämlich nicht: Das Glas erhitzt sich beim Frittieren auf mehr als 100 Grad. Praktisch ist auch der große Ein-/Aus-Schalter und die Anzeige der Temperaturregelung: Die Lampe leuchtet in der Heizphase und erlischt, wenn der eingestellte Wert erreicht ist - nur leider, wie oben beschrieben, heizt das Gerät zu stark.

test-Kommentar: Kein Schnäppchen
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick
Test: Heißluftfritteusen im Test

12.06.2007
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