Econos Riskante Solar- und Wald­investments

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Econos - Riskante Solar- und Wald­investments
Viel Holz. Eine Econos-Firma bewirbt Wald­investments als profitabel. © Getty Images / Clemens Hoenig

Die Webplatt­form Econos.green bewirbt nach­haltige Investments wie Wald und Solar­energie. Sie basieren auf Token, also digitalen Wert­marken. Die Risiken sind sehr hoch.

Update [03.01.23]: Bafin verbietet Anla­geangebot

Die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) hat im Dezember 2022 den Vertrieb einer Schuld­verschreibung der auf grüne Geld­anlagen spezialisierten Internetplatt­form Econos verboten. Anle­gerinnen und Anleger stellten dabei der Zweck­gesell­schaft Econos 3 SPV GmbH Geld zur Verfügung. Sie sollte es an einen Fonds weiterreichen, der Risikokapital in Unternehmen investiert. Dieser Fonds war aber nicht für Privat­anleger gedacht (Spezial-AIF). Die Bafin kann den Vertrieb unter ­anderem verbieten, wenn es „erhebliche Bedenken für den Anleger­schutz“ gibt. Econos äußerte sich gegen­über Finanztest nicht dazu.

Econos setzt auf Partner ihrer Investorin

Die Webplatt­form Econos.green verspricht Anlegern „Zugang zu exklusiven, nach­haltigen Investments“ wie Wald und Solar­energie. Econos setzt bei drei ihrer bisher sechs Angebote auf Partner ihrer Investorin Pelion Green Future. Dazu zählt die Boom Developments Ltd., die sich Geld für die Entwick­lung britischer Solar­parks leiht. Sie war laut jüngstem Jahres­abschluss Ende 2020 finanziell schwach. Von der Projekt­entwick­lerin Boom Power Ltd. ist noch keine Anlage am Netz. Econos verweist aber auf mehr als 50 Jahre Team­erfahrung.

Wald­investments stehen noch nicht fest

Solarinvestoren sollen 6 Prozent im Jahr erhalten, Wald­anleger 2,3 Prozent. Die Wald­investments stehen aber noch nicht fest. Econos betont, man habe ein breites Part­nernetz­werk und einen Forst­wirt­schaftler im Team. Bei einem bereits beendeten Wald­investment habe die Auszahlungs­rendite 15 Prozent betragen – weit mehr als prognostiziert.

Die Token werden in einer Block­chain registriert

In beiden Fällen handelt es sich aber um hoch riskante nach­rangige Schuld­verschreibungen. Anlegende haben keine Mitwirkungs­rechte, die Firmen müssen bei Insolvenzgefahr nicht zahlen. Die Schuld­verschreibungen basieren zudem auf Token, also digitalen Wert­marken, die in einer Block­chain registriert und in einer digitalen Geldbörse (Wallet) gehalten werden. Laut Basis­informations­blättern eignen sich beide nur für Anleger mit Erfahrung mit solchen Produkten.

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