Falsche Bioware schadet dem Ruf der Branche. Wie wird Bio kontrolliert? Wie lassen sich Betrugsfälle aufdecken?

Echtheit von Biolebensmitteln Meldung

Ende 2011 flogen italienische Betrüger auf, die jahrelang Tonnen gefälschter Bioprodukte exportierten, auch nach Deutschland. Die italienische Biokontrollstelle war wohl in den Betrug involviert. Einen solchen Bioskandal hat es lange nicht gegeben.

Ökokontrolle in Deutschland. Private Ökokontrollstellen prüfen bei Biobetrieben zumindest einmal pro Jahr, ob sie die Regeln des Ökolandbaus einhalten. Diese Stellen bestimmt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, überwacht werden sie von Länderbehörden. Die Regierung beschloss Ende März, künftig noch engmaschigere Kontrollen vorzunehmen.

Ökokontrolle im Ausland. Viele Bioprodukte stammen aus dem Ausland. EU-weit gibt es einen einheitlichen Kontrollstandard. Jedes EU-Mitglied hat aber eigene Regeln, was Zulassung, Überwachung und Sanktionierung der Ökokontrollstellen betrifft. Auch Bioprodukte, die außerhalb der EU hergestellt wurden, müssen nachweislich die EU-Richtlinien für Bioprodukte einhalten. Ware aus Risikoländern wie China wird genau geprüft.

Schwachstellen beheben. Die Ökokontrollstellen müssen besser kontrolliert werden, fordern Wissenschaftler der Uni Hohenheim. Im Rahmen des Projekts Certcost haben sie Schwachstellen definiert. Es brauche EU-weit einheitliche Standards, wie mit Verstößen umgegangen wird und wie Sanktionen aussehen. Auch sollten sich Behörden mehr austauschen und Inspektoren besser geschult werden.

Öko-Fingerabdruck. Ob ein Bioprodukt bio ist, lässt sich bisher nur begrenzt am Produkt prüfen. Werden etwa viele Pestizide oder Spuren von Gentechnik gefunden, wurden Biokriterien verletzt. Das Forschungsprojekt „Authentic Food“ will bis 2014 eine Art „ökologischen Fingerabdruck“ entwickeln. Das Ziel: Bio und konventionelle Ware klarer unterscheiden.

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