Echinacea-Extrakte erfreuen sich seit langem großer Beliebtheit. Die Extrakte aus dem Sonnenhut sollen eine Steigerung der Immunabwehr bewirken und werden unter anderem zur unterstützenden Therapie grippeartiger Infekte oder wiederkehrender Infekte im Bereich der Atem- und der Harnwege angeboten. Ihre Wirksamkeit ist allerdings nicht ausreichend belegt. Und gerade bei Langzeiteinsatz können unerwünschte Wirkungen auftreten. Eine aktuelle Studie kanadischer Wissenschaftler kommt jetzt darüber hinaus zu überraschenden Ergebnissen: Bei Einnahme von Echinacea-Extrakten während der Schwangerschaft kam es vermehrt zu Spontanaborten.

Nur bestimmte Extrakte geeignet

Die Familie der Sonnenhutgewächse ist groß: In Arzneimitteln verwendet werden sollten nur alkoholische Wurzel-Extrakte des schmalblättrigen Sonnenhuts (Echinacea pallidae radix) und Presssäfte aus dem frischen Kraut von Purpursonnenhut (Echinacea purpureae herba). Wer Echinacea-haltige Präparate kauft, sollte auf diese Angaben achten. Sie finden sich direkt auf der Verpackung.

Risiken bei der Einnahme

Echinacea-haltige Mittel sollten bereits bei den ersten Anzeichen einer Erkältung zur unterstützenden Behandlung eingesetzt werden, dann aber nur über kurze Zeit, maximal bis zu 10 Tagen. Viele Verbraucher wenden sie sehr viel länger an und zum Teil in hohen Dosierungen. Das erhöht das Risiko unerwünschter Wirkungen deutlich. Insbesondere Menschen, die gegen Korbblütler allergisch reagieren oder an multipler Sklerose, entzündlich rheumatischen Erkrankungen und anderen Autoimmunerkrankungen leiden, dürfen Echinacea-haltige Mittel nicht einnehmen. Allergiker und Patienten mit Neurodermitis können auch schwerwiegende allergische Reaktionen und Asthmaanfälle erleiden.

Besondere Risiken in der Schwangerschaft

Eine neue Studie kanadischer Wissenschaftler berichtet nun erstmals über die Sicherheit von Echinacea-Extrakten in der Schwangerschaft. Mit einem unerwarteten Ergebnis: So verdoppelte sich in der Schwangerengruppe, die Echinacea einnahm, im Vergleich zur Kontrollgruppe mit einem Scheinmedikament die Spontanabortrate von 3,4 auf 6,3 Prozent. Ob dafür allein die Echinacea-Einnahme verantwortlich ist, ist noch nicht endgültig geklärt. Dennoch sollten Schwangere im Licht dieser Studie auf die Einnahme von Echinacea-Extrakten verzichten. Auch wenn andere Auffälligkeiten ausblieben: Die Einnahme von Echinacea-Extrakten führt der Studie zur Folge nicht zu einer erhöhten Fehlbildungsrate der Neugeborenen. Ebenso ergaben sich keine Unterschiede in der Dauer der Schwangerschaft, Art der Geburt und beim Geburtsgewichts des Neugeborenen.

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