Mastercard muss die Gebühren für die Abwicklung von grenzüberschreitenden Kreditkartenzahlungen ändern. Das hat die EU-Kommission entschieden. Direkt betroffen sind die so genannten Interbankengebühren, die Händler zu tragen haben. Die EU-Kommission glaubt allerdings: Letztlich werden die Kunden profitieren.

Doppelt kassieren

Bisher kassieren die am Mastercardsystem beteiligten Banken bei Auslandszahlungen zweimal: Bei einer Kreditkartenzahlung bekommt der Händler das Geld von seiner Bank, die dafür eine Provision abzieht. Anschließend rechnet die Bank des Händler rechnet mit der Bank des Kunden ab. Auch dabei gibts Abzüge. Die Bank des Kunden zweigt von ihrer Zahlung die so genannte Interbankengebühr ab. Diese Gebühren hat die EU-Kommission jetzt verboten. Mastercard hat sechs Monate Zeit, seine Gebührenordnung den Vorgaben anzupassen.

Handel begrüßt Entscheidung

Sprecher von Handelsverbänden begrüßten die Entscheidung. Nach ihrer Schätzung erwirtschaften die Geldhäuser allein mit den Interbankengebühren europaweit rund 10 Milliarden Euro pro Jahr. Die EU-Kommission erwartet, dass die Händler den Wegfall der Gebühren an ihre Kunden weitergeben. Profitieren werden davon nicht nur Kreditkarten- sondern auch Barzahler. Händler verpflichten sich in den Verträgen mit Kreditkartenunternehmen, keine Aufpreise bei Kreditkartenzahlung zu kassieren.

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