EU beschließt Kennzeichnungspflicht Meldung

Das Europäische Parlament hat strikte Regeln zur Kennzeichnung genveränderter Lebens- und Futtermittel verabschiedet. Genetisch veränderte Organismen können damit künftig „vom Stall zum Teller“ verfolgt werden. Im Gegenzug soll das Einfuhrverbot für neue Genprodukte aufgehoben werden.

Mehr Transparenz

Demnächst müssen damit erstmals alle Lebensmittel gekennzeichnet werden, bei denen Gentechnik im Herstellungsprozess eine Rolle gespielt hat. Das gilt unabhängig davon, ob im Endprodukt noch genveränderte Stoffe nachweisbar sind. „Verbraucher werden die Wahl haben, ob sie ein gentechnisch verändertes Lebensmittel kaufen, weil sie ganz klar ausgezeichnet sein werden“, sagte David Byrne, EU-Kommissar für Gesundheits- und Verbraucherschutz. „Und zum ersten Mal werden Bauern in der Lage sein, auf den Etiketten zu sehen, ob sie genetisch veränderte Futtermittel kaufen.“

Toleranzwert von 0,9 Prozent

Eine Ausnahme von der Kennzeichnungspflicht ist die 0,9-Prozent-Klausel. Danach braucht ein Produkt nicht gekennzeichnet zu werden, wenn der genveränderte Anteil unter 1 Prozent liegt und wenn nachgewiesen werden kann, dass sein Vorhandensein unbeabsichtigt und technisch unvermeidbar ist.

Rat muss noch zustimmen

Die Verordnung muss nun noch vom Europäischen Rat bestätigt und im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden. Sie tritt 20 Tage nach der Veröffentlichung in Kraft. Unternehmen müssen den neuen Bestimmungen dann 6 Monate nach der Veröffentlichung Folge leisten.

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