Ab 2005 soll es sich nicht mehr lohnen, ausländische Zinseinnahmen zu verheimlichen. Das ist ein Ziel der EU-Zinsrichtlinie, die voraussichtlich im Sommer verabschiedet wird. Danach wollen sich die EU-Staaten ab kommendem Jahr gegenseitig über Zinseinnahmen ihrer Bürger informieren.

Nicht mitmachen werden vorerst Österreich, Luxemburg und Belgien. Sie kassieren von EU-Ausländern stattdessen selber Quellensteuer auf die Zinserträge: In den ersten drei Jahren 15 Prozent, ab 2008 20 Prozent und ab 2011 35 Prozent. Ein Viertel davon behält das Anlageland, der Rest geht anonym an den Heimatstaat des Anlegers.

Österreich, Belgien und Luxemburg wollen erst am automatischen Informationsaustausch teilnehmen, wenn auch Steueroasen außerhalb der EU wie die Schweiz, Andorra, San Marino, Monaco und Liechtenstein mitziehen.

Mit der Schweiz ist der erste Schritt vereinbart: Zwar beteiligt sie sich nicht am Informationsaustausch und das Bankgeheimnis bleibt. Doch die EU-Bürger sollen Quellensteuer zahlen und die Berner Regierung will bei Mehrwertsteuerbetrug mit der EU kooperieren – beides voraussichtlich aber noch nicht ab Januar 2005. Mit den anderen Ländern gibt es ähnliche Verhandlungen.

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