Steuerschlupflöcher bleiben für Anleger weiter offen, denn der Start der EU-Zinsrichtlinie verschiebt sich um sechs Monate auf den 1. Juli 2005. Aber auch dieser Termin ist noch nicht sicher. Nur wenn die Schweiz ab dann von EU-Ausländern 15 Prozent Quellensteuer kassiert, wollen Luxemburg und Österreich dem Starttermin zustimmen. Zu diesem Termin hat die Berner Regierung aber noch keine Zusage abgegeben.

Somit steht das Bemühen, der Steuerflucht von EU-Bürgern einen Riegel vorzuschieben, erneut auf der Kippe. Die Richtlinie sieht vor, dass die Banken der EU-Länder die Zinserträge von ausländischen Anlegern der Europäischen Union an die Finanzbehörde im Heimatland des Sparers melden.

Nur für Luxemburg, Österreich und Belgien soll das vorerst nicht gelten. Sie wahren weiter ihr Bankgeheimnis und wollen anonym Quellensteuer von zunächst 15 Prozent erheben. Das Heimatland erhält dann drei Viertel der Quellensteuer, erfährt aber nicht, von wem die Steuer stammt. Auch andere Steueroasen der Nicht-EU wie die Schweiz und Liechtenstein wollen sich diesem Verfahren anschließen. Doch der Starttermin ist erst dann klar, wenn alle zum gleichen Zeitpunkt mitziehen.

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