Europa lockt mit offenen Grenzen, und das schafft auch für Bildungshungrige neue Möglichkeiten. Eine umfangreiche Übersicht über Weiterbildungsangebote in ganz Europa verspricht das Internetportal „Ploteus“.

Pluspunkte im Lebenslauf

Interessiert an einer Fortbildung zur Lebensmitteltechnik im irischen Dublin? Wie wär’s mit einem Krankenpflege-Kurs in Litauen? Oder darf’s eine Call-Center-Ausbildung in der Schweiz sein? Schließlich machen sich Auslandserfahrung, Sprachkenntnisse und die richtige Portion Zusatzwissen im Lebenslauf und bei künftigen Bewerbungen gut. Ploteus’ Info-Schatz lässt sich auf verschiedene Weise anzapfen. Wer schon weiß, wo es ihn hinzieht und was er lernen möchte, grenzt die Suche über eine Auswahlmaske entsprechend ein: Zu den Kriterien „Aus- und Weiterbildung im Bereich Biowissenschaften in ganz Europa, Lernsprache: finnisch“ etwa hat Ploteus immerhin acht Verlinkungen parat. Passende Bildungsträger sind dann nur noch einen Klick entfernt, genau wie mehrere finnische Datenbanken, die ihrerseits eine Vielzahl von Angeboten enthalten.

Tipps für „Grenzgänger“

Neben den Links zu öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen, Volkshochschulen und Hochschulen finden sich in weiteren Rubriken hilfreiche Infos zu Fördermöglichkeiten und europäischen Austauschprogrammen. Zudem weist Ploteus den Online-Weg zu Einführungen in die unterschiedlichen Bildungssysteme der europäischen Staaten und weiß auch, wo es grundsätzliche Länder-Infos gibt – zu den Lebenshaltungskosten beispielsweise, zu Steuern und Sozialbeiträgen oder zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für Studium und Arbeit in der Ferne. Denn vielleicht wird aus dem befristeten „Grenzgang“ zur Weiterbildung ja eine Liebe fürs Leben – auswandern nicht ausgeschlossen...

Kein Patentrezept

Der Anspruch von Ploteus ist hoch. Und bei dem Versuch, die gesamte grenzüberschreitende Weiterbildungslandschaft in den Griff zu bekommen, stößt der Verlinkungs-Service von EU-Bildungskommissarin Viviane Reding auch noch an manche Grenze – beispielsweise erscheinen die Einträge zum deutschen Bildungssystem doch recht dürftig. Aber Redings Team aktualisiert und erweitert seine Datenbank ständig und damit die Zahl der potenziellen Tipps für Internetnutzer mit Drang ins Ausland. Allerdings: ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Bewertung des Inhalts.

Eigeninitiative ist gefragt

Wer sich allein von Ploteus den ultimativen Rat verspricht, erwartet zu viel. Auch für das EU-Projekt gilt, was schon der große Weiterbildungsdatenbanken-Test der Stiftung Warentest gezeigt hat: Eine Datenbank für alle und alles gibt es nicht. Und nicht auf alle Daten ist Verlass. So mangelt es häufig an Aktualität, manche Suche läuft schlicht ins Leere, und auch eine Online-Hilfe sucht man oft vergebens. Da heißt es, vergleichen, weitere Quellen nutzen und sich ein eigenes Urteil bilden – viel Eigeninitiative also, aber das ist ja ohnehin das Wichtigste für alle, die Europas Möglichkeiten entdecken wollen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 55 Nutzer finden das hilfreich.