Wasch­maschine, Kühl­schrank und Geschirr­spüler bekommen ein neues Energie­etikett. Es soll beim Strom­ver­brauch besser diffe­ren­zieren. Deshalb wird die A-Klasse erweitert.

Seit mehr als zehn Jahren müssen große Haus­halts­geräte europaweit einen einheitlichen Strom­ausweis mitführen. Er heißt EU-Label, Energielabel oder Energiee­tikett. Darauf muss der Geräte­hersteller den Strom­verbrauch angeben – bisher mit Effizienz­klassen von A wie ausgesprochen günstig bis G wie grotten­schlecht. Zusätzlich signalisieren Farben den Energieverbrauch: Tiefgrün steht für einen sehr nied­rigen, Grell­rot für einen sehr hohen.

In der A-Klasse ist es eng geworden

Grund­lage sind Verordnungen der Europäischen Kommis­sion, die für alle EU-Mitglieder gelten. Kunden sollen beim Kauf auf einen Blick erkennen können, ob sie einen Sparfuchs oder einen Verschwender vor sich haben. Nun gibt es ein neues Label, weil das alte nicht mehr genügend differenziert. Topgeräte sitzen häufig im selben „A-Boot“ wie veraltete Produkte, obwohl sie viel spar­samer sind. Für Unternehmen und Umwelt ist das Energielabel eine Erfolgs­geschichte, denn der Anteil verkaufter Spargeräte wächst stetig. Strom­fresser werden zu Laden­hütern. Spitzen­technik kommt mit immer weniger Energie aus. Was früher erste Liga war, ist heute oft nur noch dritt­klassig, trotz gleicher Kenn­zeichnung. So tauchen in der Werbung häufig Ergän­zungen wie „20 Prozent spar­samer als Klasse A“ auf. Das verwirrt, untergräbt die Trans­parenz. Deshalb wird jetzt inner­halb der A-Klasse weiter differenziert: Es gibt A+, A++ und A+++. Die spar­samsten Geräte erkennt der Verbraucher nun an drei Plus.

Alte Etiketten verschwinden lang­sam

Offiziell gilt das neue Label schon seit Dezember 2010. Da trat die EU-Verordnung für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirr­spüler und Wasch­maschinen in Kraft. Es wird aber noch eine Weile dauern, bis das neue Etikett in den Geschäften auftaucht. Es gibt eine Über­gangs­frist von zwölf Monaten. Erst ab Januar 2012 müssen die Anbieter das neue Etikett benutzen.

Produkte mit altem Label, die davor in den Handel kommen, dürfen weiter verkauft werden, ohne zeitliche Beschränkung. Kunden werden also noch länger mit alter und neuer Kenn­zeichnung konfrontiert. Je schneller Altgeräte ausverkauft sind, desto schneller geht die Umstellung.

Einfaches A entfällt bei Kühlgeräten

Um die Topsparer hervorzuheben, heißt nun die höchste Effizienz­klasse auch bei Kühl- und Gefriergeräten A+++. Bei ihnen wird die A-Klasse schon seit 2003 getoppt von A+ und A++. Diese Zwischen­regelung wurde nötig, weil die Unterschiede inner­halb der A-Klasse zu groß wurden. Mitt­lerweile fällt aber ein Groß­teil der Modelle bereits in die Kategorien A+ und A++.

Mit Einführung des dritten Pluszeichens rangieren einfache A-Modelle nur noch unter „ferner liefen“. Ab 1. Juli 2012 dürfen sie gar nicht mehr in den Handel gelangen. Neu auch: Für Weinkühl­schränke gibt es jetzt ebenfalls ein Energiesparetikett.

Neues bei Geschirr­spülern

Bei Geschirr­spülern müssen die Hersteller statt des Energieverbrauchs pro Spülgang nun den jähr­lichen Strom­verbrauch beziffern. Er steht für 280 Spülgänge im stromsparenden Stan­dard­programm (Label­programm). Hinzu kommt der Standby­verbrauch. Nach der Über­gangs­frist dürfen sie nur noch Spüler verkaufen, die im Reinigen mindestens ein A schaffen. Die Angabe der Reinigungs­leistung entfällt. Es bleiben der jähr­liche Wasser­verbrauch, die Einstufung für das Trocknen, das Fassungs­vermögen (Anzahl Normge­decke) und das Geräusch.

Bei Wasch­maschinen auch 40 Grad

Statt des Strom­verbrauchs pro Wasch­gang steht nun auch bei Wasch­maschinen der Jahres­verbrauch auf dem Energiee­tikett. Ihm liegen 220 Wasch­gänge im Baumwoll­programm bei 60 und nun auch 40 Grad Celsius zugrunde. Verschwinden wird die Wasch­wirkungs­klasse, weil nur noch Maschinen mit mindestens A erlaubt sind. Jetzt obliga­torisch: die Angabe des Geräuschs fürs Waschen und Schleudern.

Tipp: Wegen der Umstellung und des Verbots von A-Kühlgeräten ab Mitte 2012 werden viele Laden­hüter zu Schnäpp­chen­preisen locken. Rechnen Sie dann sehr genau. Ein Kosten-Nutzen-Vergleich mit Strom- und Wasser­preisen für zehn Jahre hilft dabei. Mehr über spar­same Geräte erfahren Sie in unserer Klima­schutz­initiative und in den Infodokumenten zum Thema Umwelt und Energie.

Bei Fernsehern ja, bei Back­öfen nicht

Wäschetrockner, Wasch­trockner und Back­öfen bleiben vor­erst bei der alten Kenn­zeichnung. Erst­mals einge­führt wird das Energielabel bei Fernsehern. Sie starten mit den Effizienz­klassen A bis G (siehe Meldung „Energielabel für Fernsehgeräte“ aus test 03/2011). Vorbereitungen für ein Label laufen für Wasser­kocher und Staubsauger.

Mit Milchtüte und Wasser­hahn

EU-Label Haus­halts­geräte Meldung

Das neue Energiee­tikett ist sprach­neutral und einheitlich für alle EU-Länder gestaltet. Piktogramme symbolisieren die einzelnen Kategorien. So steht die Milchtüte auf dem Kühl­schranketikett für den Nutz­inhalt, der Wasser­hahn bei Wasch­maschinen und Geschirr­spülern für den Wasser­verbrauch und der Laut­sprecher bei allen für das Geräusch. Bei den Farbbalken bleibt es bei sieben an der Zahl. Der dunkelrote steht für die D-Klasse ganz unten, der dunkelgrüne für die Klasse A+++ ganz oben.

Wie die Werte zustande kommen

Die Verordnungen aus Brüssel schreiben Norm­prüfungen und Rechenformeln vor. Damit müssen die Geräte­hersteller arbeiten. Auch wir benutzen diese Vorgaben häufig bei den Tests. Wie viel das einzelne Haus­halts­gerät im Alltag tatsäch­lich verbraucht oder wie laut es ist, hängt aber stark von der individuellen Nutzung ab.

Ohne Label keine Werbung

Das Label muss gut sicht­bar außen am Gerät kleben. Es reicht nicht mehr, es einfach in die Gebrauchs­anleitung zu legen. Ohne Labelklasse dürfen Händler die Geräte auch nicht mehr bewerben. Ob Prospekte, Anzeigen, Onlineshops: Wenn Preis oder tech­nische Infos beim Produkt erscheinen, muss auch die Effizienz­klasse dabei­stehen.

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