EU-Beitrittsländer Meldung

Billig: Zahnersatz in Ungarn und Polen.

Medizinische Ausflüge in osteuropäische Länder werden nach deren EU-Beitritt einfacher. Bisher musste man bei der Kostenerstattung noch auf die Kulanz der Krankenkassen hoffen.

Mit der EU-Erweiterung grei­­fen in den neuen Mit­gliedsstaaten die gleichen Regeln: Bei stationären Behand­­lun­gen und Kuren ist weiterhin die vorherige Genehmigung der Kasse erfor­der­lich, doch ambulante Lei­stungen wie Bäder und Massagen werden erstattet – bis zu dem Betrag, der hier fällig gewesen wäre. Wenn die Preise in den Ländern niedriger sind, zahlt auch die Krankenkasse ent­spre­­chend weniger. Zusätz­lich kann die Kasse für den Verwaltungsaufwand zwi­schen 5 und 40 Euro berechnen.

Trotzdem ist zum Beispiel ein Kuraufenthalt in einem der traditionsreichen Heilbäder Tsche­chiens meist viel günstiger als hierzulande – und Zahnersatz in Polen oder Ungarn auch. Patienten zahlen beim polnischen Zahnarzt etwa 30 bis 70 Prozent weniger.

Nach deutschen Beipackzetteln fragen

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Traditionsreiche östliche Heilbäder locken mit günstigen Angeboten.

Zur Abstimmung mit der Krankenkasse gibt es zwei Möglichkeiten: Sie holen sich das Formular E 112, mit dem Sie sich bei den Kassenzahnärz­ten im Ausland behandeln lassen können. Oder Sie legen Ihrer Kasse einen Heil- und Kostenplan vor. Dann zahlen Sie die Behandlungskosten zu­nächst selbst und reichen die Rechnung anschließend zur Erstattung ein. In jedem Fall ist es sinnvoll, vorher mit der Kasse zu sprechen. Lohnen kann sich bei den östlichen Nachbarn auch der Brillenkauf oder der Einkauf von Arzneimitteln. Fragen Sie bei Medikamenten aber nach deutschen Beipackzetteln.

In deutschen Arztpraxen wird wiederum mit mehr Patienten aus Osteuropa gerechnet. Polen haben zum Beispiel die Möglichkeit, per Auslandskrankenschein Gesundheitsleistun­gen einzu­fordern. Eine deutsche Krankenkasse muss die Kosten vorstrecken und sie sich dann von der polni­schen Versi­che­rung erstatten lassen.

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