Der Euro erleichtert auch den Preisvergleich von Neuwagen in der Europäischen Union. Wegen der unterschiedlich hohen Steuerbelastungen ist eine Preisharmonisierung hier noch lange nicht erreicht. Der letzte Bericht der Europäischen Kommission zu Autopreisen zeigt ein nach wie vor hohes Preisgefälle. Während Deutschland, Österreich und Irland zu den teuren Ländern zählen, kosten vergleichbare Autos in Spanien, Finnland und dem noch nicht zur Währungsgemeinschaft zählenden Dänemark nicht selten ein ganzes Drittel weniger.

Gleiche Preise trotz unterschiedlicher Steuerbelastung, das ist wohl am leichtesten bei den teuren Autos umzusetzen. So verlangen bereits Porsche, BMW für die großen Baureihen und jetzt auch Mercedes für die neue E-Klasse in den EuroLändern ausstattungsbereinigt den gleichen Vorsteuerpreis. Diese Strategie soll auf weitere Modellreihen ausgeweitet werden. Dass der Abbau der Preisunterschiede zu niedrigeren Autopreisen in Deutschland führen könnte, ist eine sehr optimistische Hoffnung. Denkbar ist auch eine Verteuerung der Fahrzeuge in den Ländern mit bisher niedrigen Nettopreisen. Dadurch würde der Re-Import nach Deutschland sogar zunehmend uninteressanter – und das wäre durchaus im Sinne der Autohersteller und Vertragshändler, denen dieser Vertriebsweg von jeher ein Dorn im Auge ist.

Dieser Artikel ist hilfreich. 263 Nutzer finden das hilfreich.