Wer ein Auto im EU-Ausland kauft, ist kein Käufer zweiter Klasse. Vorausgesetzt, er macht das Geschäft richtig.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Vertragshändler abfällig „Graumarkt“ sagen durften, wenn sie den Parallelimport von Autos vorbei an den Vertriebsorganisationen der Konzerne meinten. Mitunter importieren sie sogar selbst. Das EU-Geschäft ist sauber.

Die Europäische Union hat hart durchgegriffen, als Hersteller ihre ausländischen Vertragshändler am Verkauf ins Ausland hinderten. So musste VW schon 90 Millionen Euro Strafe zahlen.

Seitdem läuft das EU-Geschäft ziemlich glatt und die Vertragshändler in Deutschland erfüllen das Garantieversprechen der Hersteller auch bei Importwagen meist ohne Murren. Bei Problemen vermitteln die Hersteller. Das sagt zum Beispiel Skoda auf Anfrage.

Die Konzerne und Händler gehen gegen das Importgeschäft jetzt auf legalem Wege an: Da rund die Hälfte der Neuwagenkäufer ihren „Alten“ in Zahlung geben will, machen Vertragshändler dafür oft gute Angebote – auch für Rostlauben. Die Importeure wollen von Inzahlungnahme meist nichts wissen.

Bequem mit Vermittler

Wer sich einen EU-Autokauf vom deutschen Vermittler arrangieren lässt, muss den Vermittlungsvertrag gut prüfen. Wichtig ist die Zusicherung, dass der Wagen vom ausländischen Vertragshändler kommt und noch nicht zugelassen ist. Im Vertrag müssen ein fester Preis und ein Liefertermin stehen. Vermittler oder Händler müssen sich darin verpflichten, ein vom Vertragshändler frisch gestempeltes Serviceheft zu liefern. Ohne Heft wird es schwierig, zu Hause Garantieleistungen zu fordern.

Der Vermittler kann sich auch um Einfuhr und Zulassung des Wagens in Deutschland kümmern, die Übergabe eines zulassungsfertigen Wagens zusichern oder sich zur Lieferung eines Fahrzeugbriefs für die Selbstabholung verpflichten.

Käufer sollten die beschriebene Wagenausstattung vor dem Kauf überprüfen. Es ist nicht sicher, dass der Vermittler haftet, wenn die in Deutschland übliche Ausstattung fehlt, und er nicht darauf hingewiesen hat. Die Gerichte urteilen unterschiedlich.

Rechte beim deutschen Importeur

Wer bei Mängeln mehr als die Garantie haben will, sollte beim heimischen Importeur kaufen. Er spart zwar oft nicht so viel. Doch die gesetzlichen Käuferrechte (Preisminderung, Rückabwicklung, Umtausch) sind einfacher durchzusetzen, wenn der Händler vor Ort ist.

Der Käufer muss dennoch prüfen, dass die Herstellergarantie noch nicht lange läuft und das Auto „fabrikneu“ ist. Bestätigt der Händler das nicht, war das Auto vielleicht schon einmal zugelassen.

Wie bei jedem Neuwagenkauf sollten Käufer auch für EU-Wagen keine Vorkasse leisten.

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