Interview: Umtausch nur im Ausland

Das Geschäft mit Importwagen hat das Schmuddelimage verloren. Denn die Qualität der Autos unterscheidet sich eben nicht von Land zu Land, wie mitunter noch gemunkelt wird. Unterschiede gibt es allein in der Ausstattung. Darauf und auf die Herstellergarantie sollten Käufer besonders achten. Das rät der Kölner Rechtsanwalt Dr. Kurt Reinking.

Finanztest: Haben es Käufer von EU-Wagen schwerer, wenn diese Mängel haben?

Reinking: Ja, wenn sie den Wagen umtauschen, den Preis mindern oder vom Kauf zurücktreten wollen. Das geht nur beim Verkäufer. Zwar sind die Mängelrechte in der EU weitgehend vereinheitlicht. Aber es ist aufwendig, ein Auto zurück ins Ausland zu bringen oder dort einen Prozess zu führen.

Finanztest: Nun gibt es aber noch die Herstellergarantie. Was deckt die ab?

Reinking: Käufer können in der Garantiefrist in jeder Vertragswerkstatt kostenlose Reparatur verlangen. Aber mehr Rechte bietet die Garantie oft nicht. Und gibt es Streit mit dem Hersteller, muss er im Ausland verklagt werden. Um die Garantiedauer voll auszuschöpfen, sollte das Auto erst kurz vor dem Kauf zugelassen werden. Der Inspektionsstempel des Vertragshändlers löst die Garantiefrist aus.

Finanztest: Selbstimport, Einschaltung eines Vermittlers, Kauf beim deutschen Importhändler - was klappt am besten?

Reinking: Selbstimport ist aufwendig. Der Preisvergleich ist schwierig, ebenso der Transport, die Versteuerung und die Formalien. Wer einen Vermittler einschaltet, hat es bequemer, büßt aber einen Teil seines Preisvorteils ein. Der Kauf vom deutschen Importeur oder gar von einem inländischen Vertragshändler, der EU-Wagen anbietet, ist am einfachsten. Gerade was die Sachmängelansprüche gegen den Verkäufer betrifft, ist das der sicherste Weg.

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