EM.TV Meldung

Thomas Haffa: Rücktritt nach Aktionärskritik

Das erste Urteil in einem Schadenersatzprozess gegen den Medienkonzern EM.TV und seine früheren Vorstandsmitglieder Thomas und Florian Haffa endete für den klagenden Aktionär mit einer Niederlage. Das Amtsgericht München wies seine Klage auf Ersatz von rund 5.000 Mark Kursverlusten ab (Az. 191 C 9970/01).

Der Kläger will dagegen Berufung beim Landgericht einlegen. Er stützt seine Klage auf den Vorwurf fehlerhafter Ad-hoc-Mitteilungen aus dem Jahr 2000. Damals hatte EM.TV einen drastischen Anstieg des Ebit, also des Betriebsergebnisses, prognostiziert. Dabei habe EM.TV bereits gewusst, dass die Prognose nicht zu halten war.

Der Kläger sei damit zu spät vor drohenden Verlusten gewarnt worden, wodurch er beim folgenden Kurssturz der EM.TV-Aktie rund 5.000 Mark verloren habe, erklärt Rechtsanwalt Tilp von der Kanzlei Tilp & Kälberer. Doch das Amtsgericht sah das anders. Anlegern müsse klar sein, dass eine Geldanlage am Neuen Markt immer hoch risikobehaftet ist, so die Richterin.

Die Klägeranwälte wollen den Fall nun über die zweite Instanz zum Europäischen Gerichtshof bringen und damit den aus ihrer Sicht eigentlichen Missstand beseitigen. Nach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz haben getäuschte Anleger nämlich keine Ersatzansprüche wegen falscher Ad-hoc-Mitteilungen.

Aus Tilps Sicht verstößt das gegen die europäische Transparenzrichtlinie aus dem Jahr 1988. Die sieht vor, dass fehlerhafte Mitteilungen zu "angemessenen Sanktionen" führen müssten. "Davon kann aber nur die Rede sein, wenn geschädigte Aktionäre Schadenersatz einklagen können", so Tilp. Deshalb ist er für den Ausgang des Verfahrens weiter optimistisch.

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