Einen Zwischenerfolg haben 42 Aktionäre des Medienunternehmens EMTV vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erstritten. Die Anleger hatten gegen EMTV und die Exvorstände des Unternehmens Thomas und Florian Haffa geklagt, weil diese im Jahr 2000 wissentlich falsche Unternehmensmeldungen veröffentlicht hatten.

Aus den nun vorliegenden Urteilsgründen geht hervor, dass der BGH in wichtigen Punkten zugunsten der Kläger entschieden hat (Az. II ZR 287/02).

  • Weisen Anleger nach, dass sie wegen der falschen Informationen Aktien gekauft haben, dürfen sie den Kaufpreis zurückverlangen.
  • Geprellte Aktionäre können den Ersatz ihres Schadens von den Haffa-Brüdern, aber auch von der Firma EMTV selbst verlangen.

Der BGH prüfte nicht, ob die Falschmeldungen der Grund für den Aktienkauf waren. Das müssen die Kläger jetzt nachweisen.

Peter Dreier von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) geht davon aus, dass EMTV-Anleger, die bis jetzt keine Klage eingereicht haben, dies noch tun können.

EMTV steht auf der Warnliste Grauer Kapitalmarkt. Die Haffa-Brüder sind rechtskräftig wegen Kursbetrugs verurteilt.

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