EHEC-Erreger Special

Seit Anfang Mai hält der bösartige Durchfallerreger EHEC Verbraucher in Atem. Rohe Sprossen sind zweifelsfrei als eine Quelle des Erregers identifiziert. Sie stammen höchst­wahrscheinlich aus Bockshorn­kleesamen. Die EU-Kommission hat nun einen Einfuhrstopp von Samen und Bohnen aus Ägypten verhängt. test.de informiert über den aktuellen Stand.

[Update 21.07.2011]

Keine generelle Empfehlung mehr zum Verzicht auf Sprossen. Aus Sicht der Bundesbehörden gibt es keinen Grund mehr für einen generellen Verzicht auf den Verzehr von rohen Sprossen und Keimlingen. Danach ergaben die aktuellen Ermittlungsergebnisse keine Hinweise, dass andere Samenarten als Bockshornkleesamen mit EHEC-Infektionen in Zusammenhang stehen. Aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen sowie Sprossen und Keimlinge, die aus diesen Samen gezogen wurden, sollten aber weiterhin nicht roh verzehrt werden.

[Update 05.07.2011]

Einfuhrverbot für Samen und Bohnen. Als Konsequenz der EHEC-Erkrankungen dürfen bestimmte Samen und Bohnen aus Ägypten in der EU nicht mehr verkauft werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die EU-Länder müssen sofort alle Bockshornkleesamen vom Markt nehmen und zerstören, die von einem bestimmten ägyptischen Exporteur in den Jahren 2009 bis 2011 in die EU geliefert wurden. Zudem wird die Einfuhr von sämtlichen Samen und Bohnen zur Sprossenzucht aus Ägypten bis Ende Oktober gestoppt.

[Update 01.07.2011]

Bockshornkleesamen höchstwahrscheinlich Quelle. Zur Herstellung von Sprossen benutzte Bockshornkleesamen sind höchstwahrscheinlich Ursache für die EHEC-Epidemie in Deutschland. Davon geht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer heute veröffentlichten Erklärung aus. Die aus Ägypten stammenden Samen gingen demnach über einen Zwischenhändler an den Sprossenbetrieb in Niedersachsen, der als Ausgangspunkt für die Erkrankungswelle gilt. Zuvor hatte bereits die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aufgrund von Untersuchungen der Erkrankungswelle in Deutschland und eines jüngst aufgetretenen EHEC-Ausbruchs in Frankreich auf eine Verbindung zu aus Ägypten stammenden Samen hingewiesen. Laut BfR sind der deutsche und der französische Ausbruchsstamm „mit hoher Wahrscheinlichkeit identisch“.

[Update 27.06.2011]

EHEC auf Sprossen in Frankreich. Auch in Frankreich ist nun erstmals EHEC nach dem Verzehr von Sprossen aufgetreten. Auf den Sprossen, die sechs Erkrankte gegessen hatten, sei derselbe aggressive EHEC-Erreger vom Typ 0 104 gefunden worden wie in Deutschland. Das teilten die Behörden mit. Die Keimlinge kamen nach Angaben des Bundesverbraucherschutzministeriums aber nicht aus Deutschland. Sie seien aus einem anderen EU-Staat nach Frankreich geliefert worden. „Nach allem, was wir wissen, gibt es keinen Zusammenhang mit dem Sprossenhof in Deutschland“, sagte ein Ministeriumssprecher. In Frankreich hat man den Verdacht, dass die verunreinigten Sprossen aus der Produktion eines britischen Unternehmens stammen könnten.

[Update 16.06.2011]

Kein EHEC im französischen Lidl. Am vergangenen Mittwoch sind sechs Kinder in Nordfrankreich schwer erkrankt, nachdem sie Lidl-Tiefkühlsteaks der Marke „Steaks Country“ gegessen hatten. Ob das Fleisch für die Infektion verantwortlich ist, ist noch nicht geklärt. Lidl hat die Produkte inzwischen zurückgezogen. Den französischen Gesundheitsbehörden zufolge besteht kein Zusammenhang zwischen der Infektion der Kinder und dem tödlichen Darmkeim EHEC in Deutschland. Grund der Erkrankungen sind E-Coli-Bakterien.

[Update 14.06.2011]

EHEC auf Sprossen nachgewiesen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bestätigt, dass rohe Sprossen eine Quelle des EHEC-Erregers sind. Forscher des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Rhein-Rhur-Wupper hatten den Keim am Freitag erstmals auf Sprossen nachgewiesen. Das Düsseldorfer Verbraucherschutzministeriums erklärte daraufhin aber, dass noch ein „Rest an Unsicherheit“ bleibe, da nur eine geöffnete und keine geschlossene Sprossen-Packung untersucht worden war. Weitere Untersuchungen des BfR hätten dann aber gezeigt, dass tatsächlich rohe Sprossen eine Quelle des Erregers sind. Das BfR rät nun, auch keine selbstgezogenen Keimlinge und Sprossen zu essen. Das Saatgut selbst könnte mit dem Erreger belastet sein.

Keimfund auf Salat in Bayern. Sorgen bereitet den Behörden zudem ein Salatkopf, auf dem das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit EHEC-Keime gefunden hat. Der Fall wird untersucht, mit Ergebnissen rechnen die Behörden am Wochenende. Bislang gibt es nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums keine Hinweise, dass der Erreger in Bayern identisch sei mit dem norddeutschen Erregertyp, an dem seit Mai bundesweit mehr als 3 200 Menschen erkrankt und an dem 35 Menschen gestorben sind. Unterdessen berichtet das Robert Koch Institut, dass seit einigen Tagen deutlich weniger Erkrankungsfälle an das Institut übermittelt werden.

[Update 10.06.2011]

Gurken, Tomaten und Salat genießbar. Verbraucher können am Gemüsestand wieder zugreifen. Die verantwortlichen Gesundheitsbehörden hoben heute Vormittag ihre bisherige Empfehlung auf, vorsorglich auf den Verzehr von Gurken, Tomaten und Blattsalat zu verzichten. Die Empfehlung war vor rund zwei Wochen abgegeben worden, um eine Infizierung mit dem EHEC-Keim zu vermeiden. Viele der bis dato Erkrankten hatten angegeben, diese Gemüsesorten gegessen zu haben. Bis heute hat sich jedoch keine der Sorten als Ursache für die Epidemie herausgestellt. Besonders die Warnung vor spanischen Salatgurken hatte sich als Fehlalarm erwiesen.

Sprossen als EHEC-Auslöser. Angaben des Robert-Koch-Instituts zufolge sind Gemüsesprossen mit hoher Wahrscheinlichkeit der Auslöser für die EHEC-Welle. Den Gesundheitsbehörden zufolge haben Untersuchungen in Restaurants, in denen Erkrankte Sprossen gegessen hatten, den Verdacht erhärtet. Man habe 112 Restaurantbesucher intensiv befragt. Das Ergebnis: Jeder, der Sprossen gegessen hatte, hatte ein neunfach höheres Risiko, an EHEC und blutigen Durchfällen zu erkranken.

Auf Sprossen weiter verzichten. Ein Nachweis des gefährlichen EHEC-Bakteriums in diversen Sprossenproben ist bisher jedoch nicht gelungen. Die Gemüsesprossen stammen aus einem Biobetrieb in Niedersachsen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt weiterhin, auf rohe Sprossen zu verzichten und wichtige Hygieneregeln zu beachten.

Enorme Ernteverluste. Der Druck, verdächtiges Gemüse wieder „freizusprechen“, war in den vergangen Tagen stark gewachsen: Der Deutsche Bauernverband schätzt die Verluste für Gemüsebauern europaweit auf mehr als eine Milliarde Euro, da die Verbraucher großflächig auf Gurken, Tomaten und Salat verzichteten. Die Bauern sollen nun zu Teilen von der EU entschädigt werden.

Aktueller Krankenstand. Seit Ausbruch der Darmerkrankung sind deutschlandweit mehr als 2 800 Personen an EHEC oder dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankt, mindestens 26 Personen starben. Über Dreiviertel der EHEC-Fälle stammen aus den vier Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Seit mehreren Tagen sinkt die Zahl der Neuinfektionen, wie Meldedaten der Notaufnahmen zeigen.

[Update 08.06.2011]

Medizinische Informationen. Was geschieht genau, wenn eine EHEC-Infektion zur gefährlichen HUS-Erkrankung führt? An welchen Therapiemöglichkeiten arbeiten die Forscher derzeit? Was unterscheidet die aktuelle EHEC-Welle von ähnlichen Infektionsfällen in der Vergangenheit? Antworten bietet test.de im aktualisierten medizinischen Hintergrundbericht zu EHEC.

[Update 06.06.2011]

Gemüsesprossen unter Verdacht. Seit einem Tag stehen Gemüsesprossen unter Verdacht, die EHEC-Erkrankungswelle ausgelöst zu haben. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium teilte gestern mit, einen Bio-Gärtnerbetrieb im Landkreis Uelzen als einen möglichen Ursprungsort des EHEC-Erregers ausfindig gemacht zu haben. Erste Laboranalysen von Proben aus jenem Betrieb waren jedoch negativ: Der gefährliche Bakterienstamm ließ sich bis jetzt nicht nachweisen. Es sollen weitere Proben von Saatgut, Wasser, Belüftung und Arbeitstischen untersucht werden.

Schwieriger Nachweis. Es sei nicht einfach, den Erreger in Saatgut nachzuweisen, teilte das Ministerium am Montag Nachmittag mit. Zudem seien seit den ersten Geschehnissen mehrere Wochen vergangen. Möglicherweise sei das betroffene Saatgut längst verzehrt worden. Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz hatte rekonstruieren können, dass viele Erkrankte in Kantinen, Restaurants oder Hotels Gemüsesprossen aus dem Gärtnerbetrieb im niedersächsischen Uelzen verzehrt hatten. Die Sprossen sollen einzeln oder in Mischungen über Reformhäuser, Wochenmärkte oder Direktvermarkter in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Niedersachsen vertrieben worden sein. Zwischenzeitlich wurden in vielen Geschäften Sprossen aus den Regalen genommen. Der unter Verdacht stehende Betrieb wurde geschlossen und die Ware zurückgerufen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, derzeit auf den Verzehr von Gemüsesprossen zu verzichten.

Leichter Rückgang der Erkrankungen. Die Zahl der Neuerkrankungen geht inzwischen leicht zurück, meldet das Robert-Koch-Institut. Insgesamt sind seit Anfang Mai mehr als 2 200 Personen an EHEC erkrankt, rund 630 davon am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS). Die Zahl der am EHEC-Erreger Verstorbenen beläuft sich inzwischen auf 21 Personen.

[Update 03.06.2011]

Infektionsquelle weiter unklar. Es ist weiterhin unklar, über welchen Weg sich Menschen mit dem Darmkeim EHEC infizieren. Das Robert-Koch-Institut versucht über Befragungen von Patienten in Hamburger Krankenhäusern herauszubekommen, welche Lebensmittel den Keim übertragen haben könnten. In Hamburg und dem übrigen Norddeutschland ist die Infektionsrate besonders hoch. Wissenschaftler des Uniklinikums Münster und des Hamburger Uniklinikums Eppendorf haben inzwischen den Erregerstamm und seine genetische Zusammensetzung identifiziert: Es handelt sich demnach um eine Kreuzung aus zwei unterschiedlichen Bakterienstämmen, die in dieser Form noch nicht bei Menschen nachgewiesen wurden. Der Erreger, der als HUSEC041 (O104:H4) identifiziert wurde, gilt als sehr ansteckend und aggressiv. Darüber hinaus ist er resistent gegenüber Antibiotika. Nun forschen die Wissenschaftler, wie diese mutierte EHEC-Variante entstanden ist, wie sie sich ausbreitet und warum das Krankheitsbild so schwer verläuft. Mit Ergebnissen wird frühestens kommende Woche gerechnet. Ziel ist es, ein Gegenmittel zu entwickeln.

470 Erkrankte. Die gefährliche Durchfallerkrankung hat sich auch diese Woche deutschland- und europaweit weiter ausgebreitet. Hierzulande sind laut Robert-Koch-Institut derzeit 470 Menschen an dem HUS-Syndrom erkrankt, das zu Nierenversagen und neurologischen Störungen wie Sprach- oder Sehstörungen führen kann. 18 Menschen sind bis jetzt an dem Ehec-Erreger verstorben.

Ernährung umstellen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät weiterhin, vorsorglich rohe Gurken, Tomaten und Blattsalate zu meiden. Das gilt besonders in Norddeutschland. Jeder zweite Deutsche hat bereits seine Ernährungsweise verändert, um eine Ansteckung mit dem Keim zu vermieden. Das ergab eine Umfrage des Forsa-Instituts. Rund 60 Prozent der befragten Frauen und 40 Prozent der Männer gaben an, auf rohe Tomaten, Gurken und Salat zu verzichten. Mehrere Länder haben inzwischen die Einfuhr von deutschem Gemüse gestoppt, darunter Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Deutsche Bauernverband beziffert den Verlust für die Gemüsebauern auf bis zu 30 Millionen Euro pro Woche.

[Update 31.05.2011]

Wie Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks mitteilt, ist der auf spanischen Salatgurken gefundene EHEC-Erreger offenbar nicht die Quelle für die aufgetretenen zahlreichen Infektionen mit dem Darmbakterium. Die auf zwei der insgesamt vier Gurken festgestellten EHEC-Bakterien stimmten demnach nicht mit dem Erregertyp überein, der bei infizierten Patienten in Hamburg auftritt. Die Quelle für die Verbreitung ist daher weiterhin nicht identifiziert. Die Senatorin betont: Die mit EHEC-Erregern belasteten Gurken seien deshalb aber nicht ungefährlich. Da sie das Bakterium tragen könnten auch sie HUS auslösen. Die Zahl der Todesfälle ist mittlerweile auf mindestens 15 angestiegen.

[Update 30.05.2011]

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde bei drei Gurken der EHEC-Erreger nachgewiesen. Bundesweit sind bislang zehn Menschen an einer HUS-Infektion gestorben. Die Patienten stammten aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat seine Warnung vor bestimmten Gemüsesorten bekräftigt. Vor allem die Menschen in Norddeutschland sollten weiterhin auf den Verzehr von rohen Gurken, Tomaten und von Salat verzichten.

[Update 27.05.2011]

Die Zahl der schweren Verläufe nach Infektionen mit dem EHEC-Erreger steigt nach Angaben des RKI weiter stark an. Seit gestern sind mehr als 60 neue HUS-Fälle dazugekommen – so viele wie sonst in einem Jahr. Damit gibt es bislang insgesamt 276 HUS-Erkrankungen in Deutschland. Zwei Frauen sind an den Folgen einer EHEC-Infektion gestorben. Weitere Todesfälle werden mit dem Erreger in Verbindung gebracht. Die Europäische Kommission gab unterdessen bekannt, dass die mit EHEC-Erregern belasteten Gurken von Unternehmen aus Málaga und Almería (südspanische Provinz Andalusien) stammen. Bei einer weiteren belasteten Gurke gibt es Hinweise auf Lieferwege aus den Niederlanden, teilte die Hamburger Gesundheitsbehörde mit. Auch in Dänemark wurden belastete Gurken aus Spanien gefunden. Ebenso melden andere europäische Länder, darunter Dänemark, Schweden, Großbritannien und die Niederlande, erste Infektionen mit dem Darmbakterium.

[Update 26.05.2011]

Erste Infektionsquelle gefunden. Eine erste Infektionsquelle für den EHEC-Erreger ist nachgewiesen: Wie Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks mitteilt, hätten Wissenschaftler das Ehec-Bakterium an vier Salatgurken gefunden. Drei der Gurken stammten aus Spanien, von der vierten sei die Herkunft vorerst unklar. Die entsprechenden Produkte würden aus dem Warensortiment genommen. Jetzt würden Informationen zu Herkunft und weiteren Details zusammengestellt. Die Senatorin betonte, die Studie sei bislang nur in Hamburg erfolgt und habe nur bedingten Aussagewert für andere betroffene Orte. Zudem sei nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle infrage kommen. Die Warnung des RKI, allgemein vorsichtig mit Rohkost zu sein, gelte weiterhin.

Erregertyp festgestellt. Auch der Erregertyp ist identifiziert: Es handelt sich um einen Vertreter des Typs „Husec 41“ des Sequenztyps ST678. Er wurde von Forschern des Universitätsklinikums Münster entdeckt. Er ist schon länger bekannt und gehört zu den insgesamt 42 EHEC-Typen, die seit 1996 in Deutschland bei Patienten mit HUS aufgetreten sind. Allerdings ist es nach Angaben der Forscher mit diesem EHEC-Typ bisher weder in Deutschland noch weltweit zu dokumentierten Ausbrüchen gekommen.

Erkrankungen steigen weiter. Unterdessen ist die Zahl der HUS-Erkrankungen weiter angestiegen: Nach aktuellen Stand gibt es derzeit 214 Erkrankungen.

Obst und Gemüse aus Norddeutschland. In Gemüse und Salaten aus Norddeutschland sind EHEC-Keime bislang nicht gefunden worden. „Alle gezogenen Proben von den drei großen in Norddeutschland ansässigen Erzeugerorganisationen waren negativ“, sagte der Sprecher der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO). Auch der deutsche Bauernverband weist darauf hin, dass in Norddeutschland derzeit noch keine Freilandtomaten und -gurken geerntet werden, sondern dort nur aus Gewächshäusern kommen. Dort würde generell keine Gülle eingesetzt. Auch RKI und Bundesinstitut für Risikobewertung hatten ihre Warnung vor Salat, Gurken und Tomaten aus Norddeutschland präzisiert: Verbraucher sollten auf die genannten Gemüsesorten in Norddeutschland vorerst verzichten. Das bedeute aber nicht, dass der norddeutsche Anbau die Quelle der Erkrankung sei.

[Update 25.05.2011]

Die Zahl der EHEC-Infektionen nimmt weiter zu. Wie das RKI mitteilt, ist allein die Zahl der schweren Erkrankungen nach EHEC-Infektionen (HUS) auf 140 Fälle angestiegen. Drei Patienten starben an den Folgen der Infektion.

Hinweis: RKI und Bundesinstitut für Risikobewertung empfehlen bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren. test.de beantwortet wichtige Fragen zum Thema EHEC und Lebensmittel.

[Update 24.05.2011]

Mittlerweile gibt es mehr als 400 Verdachtsfälle oder bestätigte Erkrankungen mit dem EHEC-Erreger. In Niedersachsen gibt es zudem den ersten Todesfall: Eine 83-jährige Frau, die an einer EHEC-Infektion litt und stationär versorgt wurde, ist bereits am vergangenen Samstag verstorben. Das teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium mit. Bei zwei weiteren verstorbenen Personen in Schleswig-Holstein und Bremen steht eine genaue Diagnose noch aus. Die Quelle für die Infektionen ist noch immer nicht gefunden.

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