EECH-Solaranleihe Meldung

Die European Energy Consult Holding AG (EECH) hat Zinsen für ihre Solaranleihe zumindest teilweise nur mit erheblicher Verzögerung ausgezahlt. Nach Darstellung des Unternehmens lags an technischen Schwierigkeiten. Inzwischen seien jedoch alle Zinszahlungen nachgeholt. Unterdessen hatte eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bereits vor Monaten Schwierigkeiten bei der Bedienung der Anleihen prophezeit. Rund 150 Anleger haben Anwälte beauftragt, die Anleihen zu kündigen und die Rückzahlung zu erzwingen - mit ersten Erfolgen.

[Update 10.07.2007] EECH hat sich zur Rückzahlung verpflichtet, aber immer noch nicht gezahlt. Details am Ende der Meldung.

Werbung mit über 8 Prozent Rendite

Mit verlockend hohen Zinsen wirbt die EECH bereits seit Jahren um die Gunst der Anleger. Sie verspricht, mit dem Geld der Anleger lukrative Geschäfte mit Wind- und Solarenergie zu machen. Im Jahr 2003 bot die EECH 8,15 Prozent jährlich für Geld, mit dem das Unternehmen Windenergie-Geschäfte in Frankreich ankurbeln wollte. 2005 nahm Finanztest die Solaranleihe des Unternehmens unter die Lupe. Sie versprach bei einer Mindestanlage von 5 000 Euro und sechs Jahren Laufzeit 8,25 Prozent Zinsen jährlich. Doch das Risiko ist hoch, fanden die Finanztest-Experten heraus: In der EECH-Halbjahresbilanz vom 30. Juni 2004 standen 14,1 Millionen Euro Schulden einem Eigenkapital von 211 000 Euro gegenüber. Wirtschaftsprüfer erteilten für die Bilanz vom 31. Dezember 2003 (Schulden: 7,6 Millionen Euro, Eigenkapital: 68 000 Euro) nur einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk. Sie konnten nicht beurteilen, inwieweit die Schulden des Unternehmens vom Vermögen gedeckt sind.

Furcht vor Insolvenz

Anders das Unternehmen selbst: Die Anleihen seien eine sichere und renditeträchtige Geldanlage, versicherten die EECH-Protagonisten ein ums andere Mal. Dennoch verloren zahlreiche Anleger das Vertrauen und die Geduld. Allein 150 von Ihnen beauftragten die Münchner Kanzlei CLLB, von ihrem Geld zu retten, was noch zu retten ist. In Verhandlungen bot die EECH zunächst nur an, unzufriedenen Anlegern bei Suche nach Abnehmern für die Anleihen zu helfen. Zahlreiche Anleger zogen daraufhin vor Gericht. Als die Richter am Landgericht Hamburg signalisierten, dass die Klagen dort Erfolg versprechen, schlossen EECH und zahlreiche von CLLB-Anwälte vertretene Anleger Vergleiche. Danach sollten die Anleger ihr gesamtes Geld zurückerhalten. Bei schneller Zahlung räumten die Anleger-Anwälte dem Unternehmen das Recht ein, zehn Prozent abzuziehen. Sie befürchten, dass bei weiterer Verzögerung die Zahlung insgesamt auf der Strecke bleiben könnte und die EECH Insolvenz anmeldet. Stichtag ist Montag, der 9. Juli.

[Update 10.07.2007] Trotz des Rabattangebots hat die EECH bis gestern nicht gezahlt. CLLB-Anwälte haben heute im Auftrag ihrer Mandanten die Zwangsvollstreckung eingeleitet.

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