Das Land­gericht Hamburg hat Tarik Ersin Yoleri, den Ex-Chef der EECH-Gruppe aus Hamburg, wegen schweren Betrugs zu 5 Jahren Haft verurteilt. Bereits seit 2003 hat Finanztest immer wieder vor den EECH-Anleihen aus dem Bereich der alternativen Energien gewarnt.

Anlegergeld wurde zweck­entfremdet

Die EECH-Gruppe hatte für Anlagen in Wind und Sonne geworben. Doch längst nicht das gesamte Geld von Anlegern landete am Ende tatsäch­lich in grünen Investments. Höhe­punkt der jahrelangen Abzockerei mit der grünen Masche: Der frühere EECH-Chef Tarik Ersin Yoleri bezahlte Kunstwerke mit Anlegergeld, das eigentlich für eine Solar­anleihe einge­sammelt worden war. Kurz darauf ging im Jahr 2008 eine EECH-Firma nach der anderen pleite. Hunderte Anleger klagten gegen EECH auf Rück­zahlung ihres Geldes, weil sie sich getäuscht fühlten.

Verurteilung wegen schweren Betrugs

Schließ­lich nahm auch die Staats­anwalt­schaft Hamburg Ermitt­lungen auf und erhob im Mai 2012 Anklage gegen Firmenchef Yoleri, der aus der Türkei stammt und in Hamburg auf großen Fuß lebte. Auch gegen weitere Verantwort­liche der Unter­nehmens­gruppe erhoben die Ermittler Anklage. Nun endete der Straf­prozess mit der Verurteilung Yoleris wegen schweren Betrugs zu 5 Jahren Gefäng­nis. Yoleris ehemaliger Geschäfts­führer, Michael B., erhielt eine zweijäh­rige Bewährungs­strafe.

[Update 25.06.2013]: Inzwischen haben Yoleris Anwälte mitgeteilt, dass gegen das Urteil der großen Strafkammer des Land­gerichts Hamburgs vom 9. April 2013 Revision beim Bundes­gerichts­hof einge­legt worden ist. Der Straf­prozess ist somit noch nicht beendet. [Update Ende]

Finanztest-Warnungen wieder erlaubt

Finanztest hat viele dubiose Angebote der EECH-Gruppe in der Zeit zwischen 2003 und 2008 auf die Warnliste gesetzt. EECH und Yoleri ärgerte das so sehr, dass sie Finanztest die Warnungen gericht­lich verbieten lassen wollten. In einem Fall gelang das sogar. Finanztest wurde zwischen­zeitlich die Aussage untersagt „Die EECH hat grünes Anlegergeld zweck­entfremdet“. Erst nach der Insolvenz nahm EECH den Antrag zurück. Das Verbot wurde damit gegen­stands­los. Besser spät als nie: Gerade wegen der Zweck­entfremdung von Anlegergeld ist Firmenchef Yoleri jetzt verurteilt worden.

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